Viele Reisen storniert

Österreichs Tourismus stöhnt unter Stornos wegen dem Iran-Krieg

545.000 Reisende kamen im Vorjahr aus dem arabischen Raum nach Tirol.
© Thomas Böhm

Der Iran-Krieg wirft auch Schatten auf den Tourismus in Österreich. Arabische und asiatische Gäste sagen vielfach ihren Urlaub hierzulande ab. Zugleich stornieren auch Einheimische ihre bereits gebuchten Fernreisen und schwenken auf europäische Ziele um.

Der Krieg im Nahen Osten hinterlässt auch Spuren im heimischen Tourismus. Bei den arabischen Urlauber:innen sowie bei Gästen aus Israel und Fernost ist es laut Österreichischer Hotelvereinigung (ÖHV) bereits zu ersten Stornos gekommen. Bei diesen Reisenden sind vor allem Wien, Salzburg und auch Tirol beliebt. „Die Hotspots merken es natürlich“, sagte ÖHV-Sprecher Martin Stanits. Einzelne Häuser seien auf diese Märkte konzentriert.

Spendierfreudige Gäste fallen weg

In Tirol entfallen auf arabische Gäste zusammen zwar nur 1,1 % aller Nächtigungen – zuletzt gab es aber deutliche Zuwächse. Insgesamt 545.000 Reisende kamen im Vorjahr aus der Region nach Tirol. Österreichweit buchten die arabischen und israelischen Gäste 2025 rund 2,6 Mio. Übernachtungen, was zwar nur 2 % der Nächtigungen entspricht.

Doch Reisende aus den Emiraten und Saudi-Arabien gehören mit Tagesausgaben von 531 Euro bzw. 491 Euro pro Kopf laut Österreich Werbung zu den ausgabenfreudigsten. Zum Vergleich: die Österreicher:innen geben etwa 179 Euro pro Tag und Nase aus.

Asien-Geschäft beeinträchtigt

Das Geschäft mit Reisenden aus Asien ist ebenfalls beeinträchtigt. Hier gebe es rückläufige Zahlen, so Stanits. „Für den Sommer erwarten wir hier Rückgänge – teilweise merken wir es schon jetzt.“ Manche hätten auch bereits ihren Sommeraufenthalt abgesagt.

Gleichzeitig änderten auch die Österreicher:innen ihre Reisepläne. „Österreicher canceln teilweise ihre Fernreisen und weichen aus“, so Stanits. Bei Flugreisen würden statt der Langstrecke nähere Ziele etwa in Spanien oder Italien gewählt. In Summe gehe es dabei um „Zigtausende Leute“. Doch auch die steigenden Energiepreise und die zu erwartende höhere Inflation bereiten einigen Betrieben Sorge. (TT, APA)