Wal war abgetaucht

Sichtung vor Wismar in der Ostsee: Buckelwal schwimmt frei

Seit Tagen kämpfen die Retter um das Leben des Buckelwals. Jetzt bewegt er sich wieder.
© APA/Greenpeace Germany/Daniel Müller

Der Buckelwal, der seit dem Wochenende in der Bucht von Wismar gelegen war, hat sich Montagabend mit weiter steigendem Wasserstand bewegt und ist dann abgetaucht.

Der Buckelwal ist nach seinem zwischenzeitlichen Abtauchen erneut in der Ostsee vor Wismar gesichtet worden. Er schwimme frei, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. Das war auch auf Bildern einer Live-Kamera zu sehen, auf denen sich das Tier bewegt. Es sei zu hoffen, dass der Buckelwal Richtung Norden schwimme, sagte eine Sprecherin des Meeresmuseums.

Die Umweltorganisation Greenpeace ist mit einem Schlauchboot in der Wismarer Bucht unterwegs, um den Buckelwal von flacheren Gewässern fernzuhalten. „Wir sind aber guten Mutes, dass der Wal sich weiter entscheidet, im Freiwasser zu bleiben und in die weitere Ostsee zu schwimmen“, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack in Wismar.

Wir hoffen sehr und drücken ihm die Daumen, dass er das jetzt retour macht und er jetzt erstmal aus den deutschen Gewässern raus schwimmt.
Thilo Maack (Greenpeace-Meeresbiologe)

Die Wasserschutzpolizei ist mit dem Küstenstreifenboot „Hoben“ vor Ort. Es gehe nun darum, dafür zu sorgen, dass der Buckel wal nicht ins flache, schmale Fahrwasser der Hafeneinfahrt der Insel Poel schwimme. Bestenfalls nehme der Wal die Route zurück, über die er in die Ostsee gekommen sei, so Maack.

„Er ist ja irgendwann aus der Nordsee gekommen, über die dänischen Gewässer rein in die deutsche Ostsee. Wir hoffen sehr und drücken ihm die Daumen, dass er das jetzt retour macht und er jetzt erstmal aus den deutschen Gewässern raus in die dänischen Gewässer schwimmt und dann in die Nordsee und in den Atlantik, wo er hingehört.“

Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen. Jetzt muss er sich selber helfen.
Till Backhaus (Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern)

In der Nacht auf Dienstag war das Tier abgetaucht und war nicht mehr zu sehen gewesen. Das Polizeiboot sei deswegen auch wieder zurückgefahren. Es mache keinen Sinn, in der Dunkelheit nach dem Wal zu suchen, erklärte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Am Morgen machten sich die Boote dan wieder auf die Suche nach dem Wal.

Am Montagabend hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gesagt, der Wal sei zunächst in die falsche Richtung – also Richtung Hafen –geschwommen. Später am Abend dann aber war er seewärts unterwegs.

„Der Wal kämpft – aber er ist angeschlagen“, so Backhaus. Jetzt müsse er sich selber helfen. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, sagte: „Wir haben uns mit internationalen Experten ausgetauscht, die uns geraten haben, den Wal mit Lärm zu aktivieren. Dafür haben wir die richtige Situation abgewartet.“ Sandra Schöttner von der Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete die Aktion als „guten ersten Schritt auf dem Weg“, auch wenn der Weg des Wals noch weit sei.

Tier in Stellnetz verfangen

Der Buckelwal war zunächst in der Nacht auf 23. März auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor Timmendorfer Strand gestrandet. In der Nacht auf Freitag gelang es dem Wal, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet.

Laut Umweltministerium ist der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs. Laut der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd hatte sich das Tier in einem Stellnetz verfangen.

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