Die Weine Südtirols

Südtirol vereint Topqualität und Sortenvielfalt

Bekannt sind die Weingärten rund um den Kalterer See.
© Peter Weirather

Südtirol ist ein beliebtes Ausflugs- und Erholungsgebiet für Nordtiroler. Aber nur noch wenige können sich erinnern, dass Südtirol einst das Weinangebot in Nordtirol dominiert hat. Vieles hat sich seither geändert, vor allem stieg die Qualität.

In Südtirol drehte sich vor 60 Jahren noch alles um die Rebsorte Vernatsch. Ja, das Land an Etsch und Eisack war einst ein Rotweingebiet. Das hat sich gewandelt. Heutzutage überwiegen dort die weißen Rebsorten. Ihr Anteil liegt bei 65 Prozent. So sind die Südtiroler inzwischen heiße Konkurrenten der Steirer, denn in Südtirol entstehen ebenfalls großartige Sauvignon Blanc. Auch wenn diese Rebsorte weltweit sehr verbreitet ist, sind es letztlich nur wenige Gebiete, die mit Topqualität an der Spitze mitspielen können. Die Steiermark und Südtirol zählen jedenfalls dazu.

Es gibt übrigens weitere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Gebieten. Mit einer Rebfläche von 5800 Hektar ist Südtirol nur geringfügig größer als die Steiermark (5100 ha). Und beide Gebiete leben von der Vielfalt. Dabei liegen die Spitzenreiter unter den Rebsorten in Südtirol noch viel enger beisammen. Auf Platz eins liegt Pinot Grigio (Grauburgunder), mit einem Anteil von 12 Prozent an der gesamten Rebfläche. Chardonnay, Gewürztraminer, eine autochthone Sorte nach dem Ort Tramin benannt, und Weißburgunder sind fast gleichauf und folgen mit einem Prozent Abstand auf den Plätzen zwei bis vier.

Wandel von Rot auf Weiß

Das ist also ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Pinot Grigio erfreut sich vor allem im Süden Italiens großer Beliebtheit, weil dort ein Mangel an frischen Weißweinen herrscht. Chardonnay, Weißburgunder und Gewürztraminer haben dagegen qualitativ eine größere Bedeutung. Gleichauf dann die erste rote Sorte, nämlich Blauburgunder (Pinot Nero). Überraschend, weil noch vor etlichen Jahren Lagrein als Leitsorte propagiert worden ist. Allerdings stellt der Lagrein hohe Ansprüche an die Böden und zudem haben die Weine meist eine rustikale Note. Dagegen ist Pinot Nero ein viel eleganterer Wein, allerdings ist die Rebsorte sehr empfindlich. Aber in Südtirol findet sie in bestimmten Gegenden optimale Bedingungen, das gilt ganz besonders fürs Gebiet rund um Mazzon, das auch als Blauburgunderhimmel bezeichnet wird. Ein ganz großer Blauburgunder stammt übrigens von Gottardi, der Innsbrucker Weinhandlung. Die vor 60 Jahren noch wichtigste Sorte, nämlich Vernatsch, ist inzwischen hinter den Lagrein auf Platz acht abgerutscht.