Jahrgang 2025 trifft den Nerv der Zeit
Viele haben das vergangene Jahr wettermäßig nicht in guter Erinnerung. Doch die Winzer waren sehr zufrieden, es hat immer zur richtigen Zeit geregnet und die Weine sind frisch, fruchtbetont und im Alkohol moderat.
In den letzten Jahren waren die Qualitäten in Österreich durchwegs sehr gut. Von richtig schlechten Jahrgängen blieben die Winzer verschont. Das bezieht sich aber nur auf die Qualität. Denn in Bezug auf die Menge gab es immer wieder Einbußen. Mehrere Jahrgänge blieben unter dem langjährigen Durchschnitt, vor allem 2024. Umso mehr freuten sich die Winzer über die Steigerung im Vorjahr.
Das gute Ergebnis erforderte dafür aber mehr Aufwand als in anderen Jahren. Aufgrund der vielen Niederschläge war der Einsatz beim Pflanzenschutz groß. Da und dort gab es vereinzelt Hagel, wie etwa im östlichen Teil der Wachau. Und in der Lesezeit hieß es meist rasch sein, um das richtige Zeitfenster zu erwischen. „Der Weinjahrgang 2025 verspricht Leichtigkeit und lebendige Frische, leicht verständliche Gebietsweine mit ausgeprägter Sortentypizität ebenso wie Kraft und Ausdruck bei den Orts- und Riedenweinen“, freut sich Ing. Martin Palz, Geschäftsführer der Wein Steiermark. Er berichtet zudem, dass der Ertrag in der Steiermark 2025 um 18 Prozent über dem Fünf-Jahres-Schnitt lag.
Fruchtbetonte Klassiker
Auch bei den Rotweinen aus dem Burgenland, aus Carnuntum und der Thermenregion stehen Frische, pikantes Aroma und Fruchtcharakter im Vordergrund. Beim früher reifenden Zweigelt waren Selektion und rasche Lese empfehlenswert, hier entstanden vielfach fruchtbetonte Klassiker für frühen Trinkgenuss. Beim spät reifenden Cabernet Sauvignon fielen die Weine etwas schlanker aus. Der Jahrgang kommt dem derzeitigen Trend entgegen. Offensichtlich sind leichtere Weine mit einem guten Trinkfluss und weniger Alkohol gefragter als opulente Weine. Das gilt ganz besonders für jüngere Konsumenten. Weißweine stehen momentan höher im Kurs als rote. Das macht zwar einigen Winzern im Burgenland zu schaffen, aber bekanntlich ist Österreich ein Weißweingebiet und das hilft derzeit.
Kopfzerbrechen bereitet der heimischen Weinszene aber der internationale Markt. Auslöser war Trumps Zollpolitik. Weil deshalb der Absatz nach Amerika schwächelt, wird befürchtet, dass billige Massenware auf den europäischen Markt drängt und das vor allem für Gebiete mit höheren Produktionskosten, wie Österreich, zum Problem wird. Aber momentan überwiegt die Freude über den Jahrgang.