Migrantenboot in Seenot

19 Tote und fünf Schwerverletzte vor Lampedusa

Rom – Bei der Rettung eines Migrantenboots vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind laut einer aktualisierten Bilanz der italienischen Küstenwache 19 Tote geborgen worden. Fünf weitere Menschen, darunter ein Kind, wurden in kritischem Zustand an Land gebracht. Die Menschen starben an Unterkühlung. Der Zustand der Schwerverletzten ist kritisch. Sie sollen per Hubschrauber in Krankenhäuser auf Sizilien eingeliefert werden, sobald die Fahrt möglich ist.

Die Migranten befanden sich auf einem Boot, das von Patrouillenbooten der italienischen Küstenwache auf offener See entdeckt wurde. Das Boot war wegen des schlechten Wetters in Seenot geraten und trieb circa 85 Seemeilen von Lampedusa entfernt. Einsatzkräfte berichteten von einer dramatischen Situation an Bord. Die Schwerverletzten wurden umgehend in ein Gesundheitszentrum auf Lampedusa gebracht.

6117 Menschen sind seit Anfang 2026 in Süditalien eingetroffen

Auf dem Mittelmeer kommt es seit mehreren Jahren immer wieder zu Katastrophen mit Flüchtlingsbooten. Für die Überfahrt in oft kaum seetüchtigen Booten verlangen Schleppern in der Regel mehrere tausend Euro.

6117 Menschen sind seit Anfang 2026 nach Fahrten über das Mittelmeer in Süditalien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es noch 9.215 gewesen, teilte das italienische Innenministerium mit. Die meisten in diesem Jahr in Italien eingetroffenen Migranten stammen aus Bangladesch, Somalia und Pakistan. (APA)