Israel und Hisbollah greifen sich weiter gegenseitig an
Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah dauern an. Bei Kämpfen im Süden des Libanon wurde am Samstag laut israelischer Armee ein 21-jähriger Oberfeldwebel getötet. Damit sind seit Beginn der Bodenoffensive gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz Mitte März elf israelische Soldaten im Südlibanon getötet worden. In der Früh hatte die libanesische Nachrichtenagentur NNA einen israelischen Drohnenangriff im Südlibanon mit zwei Toten gemeldet.
Israels Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu diesem Bericht. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete zudem elf Verletzte bei israelischen Luftangriffen im Süden des Landes in der Nacht. Demnach soll es dabei auch Schäden an einem Krankenhaus gegeben haben. Von israelischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung für die Angriffe.
Die israelische Armee griff am Samstag weiter Ziele im Süden des Libanon an. Bei einem Angriff auf das Dorf Habbusch wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwei kleine Mädchen getötet. 22 weitere Menschen seien verletzt worden. Auch die Küstenstadt Tyros und deren Umgebung wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Israel bombardiert. Dabei sei eines der Krankenhäuser in Tyros beschädigt worden.
In der Nacht hatte die israelische Armee neue Bombardements auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut verkündet. Augenzeugen berichteten von insgesamt sieben Angriffen in den südlichen Vororten der Stadt. Diese gelten als Hochburg der Hisbollah, sind aber auch dicht besiedeltes Wohngebiet. Israels Armee hatte die Bewohner bereits mehrfach zur Flucht aufgerufen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.
Am Morgen und Vormittag feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort gab es Raketenalarm. Zuvor war israelischen Medien zufolge eine aus dem Libanon abgefeuerte Rakete in einem Ort nahe der Grenze explodiert. Dabei wurden Häuser und Autos beschädigt. Die Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe auf das Nachbarland für sich.
Bei den israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon seit Beginn des Iran-Kriegs sind nach offiziellen libanesischen Angaben mehr als 1420 Menschen getötet worden, unter ihnen 126 Kinder. Mehr als eine Million Menschen sind in dem Land auf der Flucht.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.