Kommentar

Keine Energiewende zum Nulltarif

Der Ausbau von sauberem Strom und der Infrastruktur in Österreich kostet viele Milliarden. Zumindest bleibt das Geld im Land und kommt der Bevölkerung statt Diktatoren zugute.

Die Energiewende kann angesichts der weltweiten Turbulenzen nicht schnell genug gehen. Noch immer fließen Milliarden in antidemokratische Länder und ihre autoritären Anführer. Das Geld wäre bei uns besser aufgehoben. Deswegen gibt es auch keine Alternative zum Ausbau sauberer Energie, damit Österreich unabhängiger von Energieimporten wird.

In den vergangenen Jahren konnte man gut sehen, was passiert, wenn man sich energiepolitisch in die Hände von Despoten begibt. Die Folge sind Erpressbarkeit und horrende Preise für Strom, Gas und Öl. Trotzdem diskutiert man in Österreich noch immer darüber, ob Windräder schön sind oder die Landschaft verderben. Wenn das die Prioritäten sind, na dann gute Nacht, Österreich.

Damit die Stromnetze beim Ausbau der Wind-, Wasser- und Solarkraft sowie Geothermie nicht zusammenbrechen, muss ebenso in die Infrastruktur investiert werden. Österreichweit sollen bis 2035 allein in das Übertragungsnetz neun Milliarden Euro fließen, für Tirol sind davon rund 1,3 Milliarden Euro vorgesehen.

Das Geld dafür fällt nicht vom Himmel, die Österreicherinnen und Österreicher bezahlen diese Investitionen aus der eigenen Tasche. In einer Zeit, wo alles ständig teurer wird, sind höhere Stromrechnungen schwer zu ertragen. Dennoch: Die Energiewende und damit die Energieautarkie gibt es nicht kostenlos. Viel teurer wäre es, nichts zu tun. Wie sonst soll der Strom von den Anlagen zu den aktuell stark nachgefragten E-Autos oder zur Industrie kommen? Damit nicht die Lichter ausgehen, muss man jetzt Geld in die Hand nehmen. Das kostet eben.

Die Energiewende und der Ausbau der Netze hat aber den Vorteil, dass die Investitionen im Land bleiben und der Bevölkerung sowie dem Wirtschaftsstandort zugutekommen, anstatt das Geld den Despoten dieser Welt zu überweisen, die dann mit den Öl- und Gas-Milliarden andere Länder überfallen.

Eigentlich war das alles schon längst überfällig. Doch in Österreich gibt es zu viele Bremser und Verhinderer. Der Ökostrom-Ausbau hätte viel schneller passieren müssen. Mittlerweile scheint einiges weiterzugehen, aber auch nur, weil Österreich durch internationale Entwicklungen quasi dazu gezwungen wird.

Andere Länder sind nicht in der glücklichen Lage wie Österreich. In Kuba gehen die Lichter bereits aus, weil sie keinen Diesel mehr haben. Auch in Europa herrscht Knappheit, aber aus anderen Gründen. Das sollte dennoch ein Weckruf sein.