Starker Saisonstart

Voltigieren bleibt eine Tiroler Tradition: Ludwiczek steht vor einer goldenen Zukunft

Die 19-jährige Mauracherin Clara Ludwiczek zählt zu den größten heimischen Hoffnungen beim Voltigieren.
© Jens Kaare

Tirol ist offensichtlich ein guter Boden für Erfolge im Voltigieren: Da war einst Mehrfach-Weltmeisterin Jasmin Lindner, die auch mit (Pas-de-deux-)Partner Lukas Wacha für Furore sorgte. Danach kam Welt- und Europameisterin Eva Nagiller, die auch mit Romana Hintner als weibliches Duo erfolgreich war. Befürchtungen, dass mit den jeweiligen Karriereenden eine Tiroler Tradition verloren gehen könnte, verliefen allerdings schnell im Sande der Reithalle VG Pill TU Sparkasse Schwaz. Jetzt wieder.

Haidacher als Erfolgsgarant

Einerseits hat sich Clara Ludwiczek schon als Juniorenweltmeisterin und auch -vizeweltmeisterin empfohlen, andererseits bleiben die Trainer und Longenführer Klaus Haidacher sowie auch Nicole Voithofer als Garanten für heimische Erfolge erhalten. „In Pill passt einfach alles so gut zusammen, die Bedingungen, die Mannschaft und Klaus ist ein super Trainer, zu dem alle in Österreich aufschauen. Und wir hatten auch immer tolle, erfolgreiche Vorbilder“, sagt die nun 19-jährige Ludwiczek.

Die Szene bestätigt der Mauracherin längst das Talent für eine mögliche goldene Zukunft. „Ich gebe mein Bestes“, hält sie sich selbst mit großen Tönen zurück, auch wenn sie bereits ihre Zehen in Richtung der großen Fußstapfen streckte. Auch am Wochenende zum Saisonbeginn wieder.

Pferd wurde zurückgezogen

Beim CVI in Monza trat die Sport-BORG-Schülerin erstmals in der nächsthöheren U21-Klasse an und schaffte mit Lavalino gleich den Sieg, Kollegin Anna Chiara Rzehorska wurde Dritte. Weniger gut verlief der Start indes für das Team der allgemeinen Klasse rund um U21-Vize-Europameisterin Leonie Koller, eine der weiteren Hoffnungen, um die erfolgreiche Tiroler Tradition fortzusetzen. Pferd Petit Noir zeigte Unsicherheiten und Haidacher nahm ihn aus dem Bewerb. „Das ist in unserem Sport manchmal bitter, aber es macht ihn auch gerade wegen des Zusammenspiels mit Tieren so reizvoll“, erklärt Ludwiczek.

Neben Pill hat sich auch Seefeld im Voltigieren längst einen Namen gemacht. In Monza jetzt gelang der Mannschaft vom Plateau der zweite Platz, dazu auch Rang zwei durch Georg Gabl und Sarah Gollubics im Doppel.

Die Leidenschaft zum Pferdesport in Verbindung mit dem Turnen eint sie alle, für Ludwiczek fiel die Entscheidung mit sieben Jahren. „Mama war selbst mal beim Voltigieren und mir hat es gleich super gefallen.“ Bis heute. Selbst wenn das Training in Reit- und Turnhalle doppelt fordert. Bruder Lorenz (17), ebenfalls Sport-BORG-Schüler, bog indes erfolgreich in den Radsport ein. Die nächsten Ziele sind jedenfalls längst gesetzt – abgesehen von der Matura demnächst: „Ich will mich für die Europameisterschaft im Juli in Le Mans qualifizieren.“