Info-Kampagne

Bezirkskrankenhaus Schwaz zeigt Zivilcourage gegen Partnergewalt

Petra Daberta (StoP-Aktivistin), Kim Gmeiner (StoP-Koordinatorin), Kathrin Heis (Leitung Frauen*haus lilawohnt), Ida Gradl, MSc (Gewaltschutzgruppe des Bezirkskrankenhauses) und Mitarbeiter*innen des BKH Schwaz (v. l.) vor den Roll-Ups.
© BKH Schwaz / Markus Huber-Danzl

Das Bezirkskrankenhaus Schwaz beherbergt seit 2. April eine wichtige Ausstellung. Zehn Roll-Ups informieren drei Wochen lang kostenlos über Partnergewalt und häusliche Gewalt. Die Initiative von "StoP – Stadt ohne Partnergewalt" klärt auf und stärkt die Zivilcourage in der Bevölkerung.

Die Ausstellung "Zivilcourage bei Partnergewalt und häuslicher Gewalt" beantwortet drängende Fragen. Sie erklärt den Unterschied zwischen einem Beziehungsstreit und Partnergewalt. Außerdem beleuchtet sie, warum betroffene Frauen ihre Partner oft nicht verlassen. Besucher erfahren, wie sie bei Gewalt in ihrem Umfeld handeln können.

Der erste Teil der Schau präsentiert Fakten und Zahlen zu Partnergewalt in Österreich. Er erläutert Täterstrategien und räumt mit Mythen sowie Vorurteilen auf. Die Ausstellung verdeutlicht zudem, warum Kinder immer mitbetroffen und besonders schutzbedürftig sind.

Partnergewalt ist keine Privatsache. Sie gilt als systemische Gewalt an Frauen und als Menschenrechtsverletzung. Der zweite Teil der Ausstellung beleuchtet dies klar. Zudem bietet sie Informationen zu Methoden der Zivilcourage. Diese berücksichtigen stets den Selbstschutz von Zeugen. Am Ende werden niederschwellige Hilfsangebote vorgestellt. Solche Angebote können im Notfall Leben retten. Das Motto lautet: "Jede*r kann: Was sagen. Was tun."

Gewaltschutz im Fokus

Gewaltschutz ist für Krankenhäuser zentral. "Gewaltschutz ist für uns als öffentliches Krankenhaus ein zentrales Thema. Studien zeigen deutlich, dass Einrichtungen des Gesundheitswesens häufig zu den ersten Anlaufstellen für Menschen werden, die von Gewalt betroffen sind", betont Ida Gradl, MSc, von der Gewaltschutzgruppe des Bezirkskrankenhauses Schwaz.

Die Ausstellung ist eine Initiative des Projekts "StoP – Stadt ohne Partnergewalt". StoP will die Öffentlichkeit für häusliche Gewalt sensibilisieren. Das gemeinwesenorientierte Projekt verhindert Gewalt an Frauen und Kindern, Partnergewalt sowie Femizide. Es fördert gute Nachbarschaften und ein gewaltfreies Miteinander. Jede Person kann bei StoP einen Beitrag leisten. Es ermutigt Nachbarn, sich aktiv gegen Gewalt einzusetzen.

Kim Gmeiner, Projektkoordination StoP Schwaz, bekräftigt: "Eine solidarische Nachbarschaft, die sich klar gegen Partnergewalt positioniert, leistet wichtige Präventionsarbeit."

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert StoP. Lilawohnt, ehemals DOWAS für Frauen, koordiniert die Standorte Schwaz und Hall. Mit diesen neuen Standorten ist StoP nun an drei Orten in Tirol aktiv. Das Frauenhaus Tirol koordiniert Innsbruck/Wilten.

Kathrin Heis, Leitung Frauen*haus lilawohnt, unterstreicht die Bedeutung des Projekts. "StoP ist ein wichtiges Projekt für den Gewaltschutz, weil es bei den Menschen arbeitet und über verschiedene Aktionen und Aktivitäten Gewalt in der Partnerschaft thematisiert", so Heis.

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