Seit Ende März

Südtiroler wegen illegalen Waffenexports in USA in Haft

Der 61-Jährige soll Waffen im Wert von einer halben Million US-Dollar über Italien nach Russland exportiert haben.

Bozen, New York – Ein 61-jähriger Südtiroler ist wegen illegaler Waffenexporte in den USA festgenommen worden. Er sitzt seit 30. März im New Yorker Stadtteil Brooklyn in Haft, wie das US-Justizministerium mitteilte. Demnach bekannte er sich schuldig, Waffen im Wert von mehr als einer halben Million US-Dollar aus den USA über Italien nach Russland exportiert zu haben. Der Südtiroler befand sich weiterhin in Untersuchungshaft, wie italienische Medien übereinstimmend berichteten.

Sein in Kirgistan ansässiger Geschäftspartner war in diesem Zusammenhang bereits im Jänner zu 39 Monaten Haft verurteilt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeitete der 61-Jährige als Vertriebsleiter für einen norditalienischen Großhändler für Waffen und Munition. Gemeinsam mit einem Komplizen soll er Kriegsgerät nach Italien importiert und über eine weitere Firma an einen Händler in Kirgistan weitergeleitet haben, von wo aus die Lieferung nach Russland erfolgt sein soll.

Eine erforderliche Exportgenehmigung habe der Verdächtige nicht besessen. Stattdessen habe er bewusst gegen US-Exportkontrollvorschriften verstoßen, die eine Weitergabe von militärischem Material ohne Genehmigung untersagen. Ein Vertreter des FBI erklärte, der Südtiroler habe ein internationales Netzwerk aufgebaut, um während des Krieges gegen die Ukraine in den USA hergestellte Munition illegal nach Russland zu liefern. Die Behörden kündigten an, weiterhin konsequent gegen derartige Verstöße vorzugehen. (APA)