Außenpolitik andere Staaten

Trump verspricht Ungarn Wirtschaftshilfe - bei Orbán-Sieg

Peter Magyar hat gute Chancen Orban die Macht abzunehmen
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Einen Tag vor der Parlamentswahl in Ungarn hat US-Präsident Donald Trump dem Land wirtschaftliche Hilfe zugesagt, falls der rechte Langzeit-Ministerpräsident Viktor Orbán erneut gewinnt. Er sei bereit, "die volle wirtschaftliche Macht" der USA einzusetzen, um Ungarn zu helfen, erklärte Trump am Freitag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Die USA würden sich darauf freuen, "in den künftigen Wohlstand zu investieren, der durch Orbáns weitere Führung entstehen wird".

Orbán reagierte erfreut. "Danke, Herr Präsident", antwortete er auf Facebook. Die USA würden ihre volle Wirtschaftskraft dafür nutzen, um in Ungarn zu investieren und das Land zu stärken, "wenn wir auch weiter regieren", betonte Orbán.

Das regierungskritische Onlineportal "HVG.hu" bezeichnete die Ankündigung Trimps als "großes, aber sehr vages Versprechen" und erinnerte an den November 2025. Damals hatte Orbán verkündetet, mit dem US-Präsidenten eine Vereinbarung über ein finanzielles "Schutzschild" getroffen zu haben. Später stellte sich heraus, dass es keine formelle Vereinbarung gegeben hatte und Trump zudem dementierte. Das Portal erinnerte zudem daran, dass die Trump-Administration die Wahlkampagne von Fidesz aktiv unterstütze, und im Zeichen dieser Wahlhilfe auch US-Vize D.J. Vance nach Budapest gereist sei.

Orbán droht bei der Wahl am Sonntag eine Niederlage. Seine Fidesz-Partei liegt in den Umfragen deutlich hinter der Partei TISZA von Oppositionspolitiker Peter Magyar. Orbán regiert Ungarn ununterbrochen seit 2010, als er zum zweiten Mal in Budapest an die Macht kam. Der rechtsnationale Politiker ist der engste Verbündete von US-Präsident Trump in der EU - und zugleich auch von dessen russischem Amtskollegen Wladimir Putin. Orbán liegt wegen der Einschränkung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit sowie seiner Haltung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Clinch mit der EU Politik im Clinch liegt.

Trump setzt damit seine höchst ungewöhnliche Wahlkampfhilfe für Orbán fort. Am Dienstag war US-Vizepräsident Vance nach Budapest gereist, um Orbán im Wahlkampf zu unterstützen, wie schon zuvor im Februar US-Außenminister Marco Rubio. Trump forderte am Donnerstagabend die Bürger Ungarns direkt auf, "für Viktor Orbán" zu stimmen: "Er ist ein echter Freund, Kämpfer und Sieger und hat meine komplette und totale Unterstützung für die Wiederwahl als Ministerpräsident von Ungarn."

Der resultierende Vorwurf der Einmischung in den Wahlkampf eines anderen Landes wurde von Washington mit der Begründung zurückgewiesen, man habe bei der Wahlempfehlung keinen wirtschaftlichen Druck ausgeübt. Der US-Botschafter bei der Europäischen Union, Andrew Puzder, meinte etwa, zwar habe Vance, wie auch Trump, sehr deutlich seine Unterstützung für den seit mehr als 15 Jahren im Amt befindlichen Orbán kundgetan, dies sei jedoch nicht als Einmischung zu verstehen, denn Vance habe darauf geachtet, "keinen Druck auszuüben oder wirtschaftliche Drohungen auszusprechen oder Dinge zu tun, die Druck ausüben könnten". Die nunmehrigen Worte Trumps lassen daran zweifeln.