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Iran-Friedensgespräche in Pakistan sollen Konflikt beilegen

Gespräche steigen am Samstag in Islamabad
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Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran-Konflikts beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance angeführt. Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auch auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon. Als Vermittler fungiert unter anderem der pakistanische Premier Shehbaz Sharif. Bei Bedarf sollen die Gespräche in Islamabad bis Sonntag fortgesetzt werden.

Die USA stimmten unterdessen einem iranischen Insider zufolge der Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu. Dies sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft, sagte der hochrangige Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Er werte den Schritt als Zeichen der Ernsthaftigkeit bei den Verhandlungen mit den USA in Islamabad. Ein Vertreter der US-Regierung dementiert jedoch die Berichte.

US-Vizepräsident Vance traf unterdessen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit Ministerpräsident Sharif zusammen. Sharif habe die Hoffnung geäußert, dass die bevorstehenden Gespräche mit dem Iran als Sprungbrett für einen dauerhaften Frieden in der Region dienen, teilt das Büro des Ministerpräsidenten mit. An dem Treffen nahmen dem US-Präsidialamt zufolge auch der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teil. Für die Gespräche in Islamabad wurden mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten, stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar forderte beide Seiten auf, sich an den Gesprächen "konstruktiv zu beteiligen". Zugleich bekräftigte er "Pakistans Wunsch, die Parteien weiter dabei zu unterstützen, eine nachhaltige und dauerhafte Lösung des Konflikts zu erreichen", wie sein Ministerium mitteilte. Der ebenfalls der Delegation angehörende Außenminister Abbas Araqchi bekräftigte die Position Teherans, dass vor einem Beginn der Gespräche zunächst die "Vorbedingungen" des Iran akzeptiert werden müssten. Der Leiter der iranischen Delegation, Parlamentschef Mohammad Baqer Qalibaf, hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert. Die iranische Delegation umfasst mehr als 70 Mitglieder.

Die Gespräche in Islamabad dürften sich um mehrere heikle Punkte drehen - darunter die Urananreicherung durch den Iran und die Passage von Frachtschiffen durch die seit Kriegsbeginn vom Iran blockierte Straße von Hormuz, die für den globalen Energiehandel von zentraler Bedeutung ist.

Der Iran verlangt eine Kontrolle und plant ein Mautsystem. Die USA fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr. Außerdem fordert Washington im Streit um das umstrittene Atomprogramm des Iran die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm Uran. Streit gibt es auch über das iranische Raketenprogramm sowie über die von Teheran geforderten Reparationszahlungen.

Direkte Verhandlungen könnten der Iran und die USA einem Medienbericht zufolge bereits am Samstagnachmittag aufnehmen. Voraussetzung sei aber, dass die USA die Vorbedingungen des Iran akzeptierten, meldet die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur TASNIM. Zuvor werde sich die iranische Delegation am Samstag in der Früh mit Sharif treffen. Der Iran sei zu einer Einigung bereit, wenn Washington ein echtes Abkommen anbiete und dem Iran seine Rechte zugestehe, sagte der iranische Delegationsleiter Qalibaf. Qalibaf erklärte auf X: Die USA hätten zugestimmt, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben und den Libanon in die Feuerpause einzubeziehen.

US-Präsident Donald Trump reagierte darauf in Sozialen Medien scharf. "Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie keine Karten haben, außer der kurzfristigen Erpressung der Welt durch die Nutzung internationaler Wasserstraßen. Der einzige Grund, warum sie heute noch leben, ist, um zu verhandeln!", schrieb er. Trumps Vize Vance brach unterdessen Richtung Pakistan auf.

Kurz vor den geplanten Verhandlungen forderte UNO-Generalsekretär António Guterres beide Kriegsparteien auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, "um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern", sagte UNO-Sprecher Stephane Dujarric.