Festakt in Rotholz

Euregio-Ring: Elf Schulen stärken ihre Kooperation über Landesgrenzen hinaus

Land- und hauswirtschaftliche Fertigkeiten, Tanz, Musik und Sprache: Beim Festakt stellten Schülerinnen und Schüler die Workshop-Ergebnisse des Kulturtags vor.
© Land Tirol / Fitsch

Der "Euregio-Ring der Land- und Hauswirtschaftsschulen" erneuert seine Kooperation. Elf Bildungseinrichtungen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino unterzeichneten an der Lehranstalt Rotholz ein neues Abkommen. Sie wollen grenzüberschreitende Projekte und Beziehungen stärken.

Die land- und hauswirtschaftlichen Schulen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino arbeiten seit über 40 Jahren zusammen. Diesen "Ring der Landwirtschaftlichen Lehranstalten" haben sie nun als "Euregio-Ring" fortgeführt. Ein Festakt in Rotholz stellte am 15. April das neue Abkommen vor. Auch ein neues Logo und eine Urkunde wurden präsentiert. Landeshauptleute, LandesrätInnen und DirektorInnen aller elf beteiligten Schulen unterzeichnen die erneuerte Urkunde.

Euregio-Gedanke soll gelebt werden

Euregio-Präsident Anton Mattle, Tirols Landeshauptmann, betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit. "Hier wird der Euregio-Gedanke gemeinsam umgesetzt", sagte Mattle. Er zeigte sich überzeugt, dass dieser Gedanke bereits bei Kindern und Jugendlichen gelebt werden muss. Die Schulen fördern demnach Beziehungen und bauen fachliche Kontakte aus. Sie machen Ausbildungsprogramme wechselseitig zugänglich. Zudem unterstützen sie sich bei der Bildungsarbeit für junge Menschen im ländlichen Raum.

Unterzeichnung der neuen Euregio-Ring-Urkunde mit (v. li.) Euregio-Präsident und LH Anton Mattle, Maria-Luise Schnegg (Land Tirol), Claudia Bisognin (Stiftung Edmund Mach in San Michele), LHStv Josef Geisler und Peter Prieth (Land Südtirol).
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LHStv Josef Geisler ist für Land- und Forstwirtschaft zuständig. Er erinnerte an die Gründung des Rings 1984. "Die Schulen haben sich aktiv ausgetauscht und in vielen Projekten zusammengearbeitet", erklärte Geisler. Das land- und hauswirtschaftliche Bildungswesen sei damit ein Vorbild. Es fördert die gemeinsame kulturelle Identität im Euregio-Gebiet. Dieses respektiert das gemeinsame Erbe und lebt die grenzübergreifende Verbundenheit.

Vielfältige Projekte und Aktivitäten

Die Schulen organisieren jährlich gemeinsame Direktorenkonferenzen und Kulturtage. Auch Projektwochen, ein Wintersporttag und Fortbildungen für Lehrkräfte stehen auf dem Programm.

Ein Kulturtag am Mittwoch an der LLA Rotholz stellte zudem die Ergebnisse des Mottos "Zsomm" vor. SchülerInnen und Lehrkräfte der Euregio beschäftigten sich dort mit land- und hauswirtschaftlichen Themen. Sie erkundeten kulturelle Fertigkeiten, sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede regionaler Dialekte.

Vertreter der Euregio-Politik, Gründungsmitglieder sowie die amtierenden und früheren SchuldirektorInnen versammelten sich für ein gemeinsames Foto.
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Geschichte und Erneuerung des Rings

Die Gründung landwirtschaftlicher Schulen in Rotholz und San Michele erfolgte bereits 1868. Nach dem Zweiten Weltkrieg besuchten Südtiroler SchülerInnen oft Schulen in Nordtirol. Eigene Schulen entstanden dort erst ab den 1950er-Jahren.

1984 gründeten alle Tiroler und Südtiroler Schulen den "Ring Landwirtschaftlicher Lehranstalten". 1996 kam die Stiftung Edmund Mach aus dem Trentino dazu. Das neue Abkommen und Logo sind nötig, weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Aus zwei Schulen wurden elf. Standorte wurden verlegt und Schuldirektionen zusammengelegt. Die Hauswirtschaft gilt heute als gleichwertiger Ausbildungsschwerpunkt.

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