33 Einsätze für ÖFB-Team

Ex-Nationaltorhüter verunglückt: Österreichs Fußball trauert um Alexander Manninger

Kam bei Autounfall ums Leben: Alexander Manninger.
© APA/Jäger

Trauer um den ehemaligen Fußball-Nationaltorwart Alexander Manninger: Der 33-fache ÖFB-Teamspieler verunglückte am Donnerstag bei einem Autounfall im Bezirk Salzburg-Umgebung und wurde nur 48 Jahre alt.

Die Profikarriere des Salzburgers hatte in der Saison 1994/95 bei Austria Salzburg begonnen. Weitere Stationen waren unter anderem der GAK, Arsenal London, Juventus Turin und der FC Liverpool.

„Alexander war von 1984 bis 1996 nicht nur Teil der Austria-Familie, sondern vor allem ein Mensch, der Spuren hinterlassen hat – auf und neben dem Platz“, drückte nicht nur Austria Salzburg via offiziellem Statement sein Mitgefühl aus.

Der Held von San Siro

Bei der Salzburger Austria gereift, erlebte Manninger nach dem Wechsel nach Graz im Trikot des GAK seine erste Sternstunde im Mailänder Fußballtempel. Als Ersatz für den erkrankten Franz Almer eingesprungen, brachte der damals 19-Jährige die Stars von Inter Mailand im UEFA-Cup-Duell mit einigen Paraden zur Verzweiflung. Bei den Rotjacken sollte Manninger als "Held von San Siro" in die Geschichtsbücher eingehen. Die Vorstellung stieß für den jungen Keeper die Tür in die weite Fußballwelt auf: 1997 holte ihn Arsenal für 15 Millionen Schilling nach London. Manninger war damit der erste Österreicher in der englischen Premier League.

Ein Bild aus der Juve-Zeit: Zdenek Grygera (Juventus), Zlatan Ibrahimovic (Inter) und Alexander Manninger (Juventus).
© GEPA pictures/ Richiardi

Meistertitel mit Gunners und Juve

Mit den Gunners folgte 1998 der Double-Gewinn, bei dem Manninger seinen Anteil hatte. Aufgrund von Verletzungen von David Seaman kam der Salzburger zu insgesamt zwölf Einsätzen in der Liga und im FA Cup. Im März 1998 wurde er als "Spieler des Monats" in der Premier League ausgezeichnet. Von 1997 bis 2001 lief Manninger insgesamt 64 Mal für den Topclub ein. "Jeder bei Arsenal ist schockiert und tief getroffen vom tragischen Tod von Ex-Torhüter Alex Manninger", schrieb der aktuelle Tabellenführer auf X. Die Gedanken seien bei seiner Familie und Freunden.

Heute ist ein furchtbar trauriger Tag. Er hat uns nicht nur als großartiger Sportler verlassen, sondern auch als Mensch mit seltenen Werten: Bescheidenheit, Engagement und einer außergewöhnlichen professionellen Einstellung.
Juventus Turin

Betroffen zeigten sich auch weitere seiner ehemaligen Clubs. Bei Juventus war Manninger von 2008 bis 2012 als Ersatzmann hinter Torhüter-Legende Gianluigi Buffon tätig. Über 40 Einsätze verbuchte er für Italiens Spitzenverein, 2012 holte er mit Juve den Meistertitel.

Erinnerungen an seine Zeit bei Arsenal London: Alexander Manninger im Jahr 1997.
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In Italien spielte Manninger auch für die Fiorentina, Torino und Siena, ehe er für eine Saison zu Red Bull Salzburg (2005/06) in seine Heimat zurückkehrte. Danach ging es wieder ins Ausland. In Deutschland war der FC Augsburg eine Station, ehe Liverpool den Keeper zurück auf die Insel holte. Zu einem Einsatz bei den Reds kam es in der Saison 2016/17 nicht mehr. Viermal stand Manninger im Matchkader von Liverpool. „Die Gedanken aller bei LFC sind bei Alex' Familie und Freunden in dieser schweren Zeit", schrieb der Club am Donnerstag.

Nationalteam-Debüt unter Baric

Manninger verunglückte laut Polizeiangaben um 8.20 Uhr beim Überqueren der Eisenbahnkreuzung in Nußdorf am Haunsberg (Flachgau), wie die Polizei angab. Der Pkw des Salzburgers wurde vom Triebwagen erfasst und mitgeschleift. Ersthelfer befreiten den Ex-Goalie, der allein unterwegs war, aus dem Wrack. Die Wiederbelebungsmaßnahmen waren erfolglos. Der Lokführer blieb unverletzt. Die Unfallursache wird noch erhoben.

Seine Professionalität, seine Ruhe und seine Verlässlichkeit haben ihn zu einem wichtigen Bestandteil seiner Mannschaften und auch des Nationalteams gemacht. Seine Leistungen verdienen höchsten Respekt und werden unvergessen bleiben.
ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel

„Alexander Manninger war auf und neben dem Platz ein herausragender Botschafter des österreichischen Fußballs. Mit seiner internationalen Karriere hat er Maßstäbe gesetzt und viele junge Torhüter inspiriert und geprägt. (...) In dieser schweren Zeit sind unsere Gedanken bei seiner Familie und seinen Angehörigen", sagte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel.

Alexander Manninger spielte zuletzt auch gerne Golf, wie etwa im Rahmen der DP World Tour beim GC Gut Altentann im Mai des vergangenen Jahres.
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Manninger debütierte im Nationalteam 1999 mit einem 0:0 in Schweden unter Otto Baric. Highlight mit dem ÖFB-Team war die Teilnahme bei der Heim-EURO 2008, auch wenn er dort nicht zum Einsatz kam. Jürgen Macho entschied das interne Duell um die Nummer eins für sich. Unter Karel Brückner avancierte Manninger 2008 wieder zum Stammkeeper. Ein Jahr später beendete er unter Didi Constantini seine internationale Karriere. Er sah sich in der Nationalmannschaft zu wenig wertgeschätzt.

„Hätte mir kaum mehr wünschen können"

Nach seinem Rücktritt mit 39 Jahren bei Liverpool sagte Manninger: „Ich war der erste Österreicher in der Premier League, der erste junge Goalie, der für Arsenal gespielt hat - es war alles neu und eine große Erfahrung." Von einer kleinen Nation kommend sei er dankbar für alles. „Ich habe große Spieler getroffen, habe mit Weltmeistern gespielt, mit Gewinnern des Goldenen Schuhs. Vor 20 Jahren hätte ich mir kaum mehr wünschen können." (TT.com)