Mut entsteht im Miteinander
Raiffeisen Tirol engagiert sich erneut als Partner der Initiative MutMacher. Vorstandsmitglied Gabriele Kinast spricht über Zusammenhalt, persönliche Neustarts und die besondere Stärke der Tiroler Unternehmer:innen.
Raiffeisen Tirol ist auch beim zweiten Mal Partner der Initiative MutMacher. Was hat das Unternehmen dazu bewogen, erneut mitzumachen?
Gabriele Kinast: Bereits im vergangenen Jahr war die Initiative ein wichtiges und starkes Signal – insbesondere an die regionalen Unternehmen. Sie hat gezeigt, wie viel Kraft darin liegt, Mut sichtbar zu machen und Menschen miteinander zu vernetzen. Für uns war schnell klar, dass dieses Engagement kein einmaliges bleiben sollte. Denn wenn wir uns die aktuelle Situation ansehen, wird deutlich: Der Bedarf an Orientierung, Zuversicht und positiven Impulsen ist eher noch größer geworden.
Wir erleben eine Zeit, die von politischen Unsicherheiten, wirtschaftlichen Herausforderungen und raschen Veränderungen geprägt ist. Viele Betriebe stehen unter Druck, müssen sich neu ausrichten oder Entscheidungen unter schwierigen Rahmenbedingungen treffen. Gerade in solchen Phasen ist es entscheidend, nicht nur auf Zahlen und Strategien zu schauen, sondern auch auf die menschliche Seite – auf Vertrauen, Zuversicht und eben Mut.
Mit unserer erneuten Partnerschaft wollen wir genau hier ansetzen: Wir möchten ein Zeichen setzen, dass wir als verlässlicher Partner an der Seite der Menschen und Unternehmen stehen. Es braucht jetzt mehr Mut denn je – und wir sehen es als unsere Verantwortung, diesen Mut aktiv zu fördern und zu stärken.
Was kann in diesen Zeiten Mut machen?
Gabriele Kinast: Mut entsteht aus meiner Sicht vor allem dort, wo Menschen sich verbunden fühlen. Zusammenhalt, echte Beziehungen und gegenseitige Unterstützung sind die Basis dafür, schwierige Situationen zu bewältigen. Wenn man weiß, dass man nicht alleine ist, fällt es leichter, Herausforderungen anzunehmen und neue Wege zu gehen.
Ich bin ein großer Fan unseres Slogans „WIR macht’s möglich“, weil er genau diesen Gedanken auf den Punkt bringt. Dieses „Wir“ steht für Gemeinschaft, für Vertrauen und für die Überzeugung, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als alleine. Gerade wenn es schwierig wird, zeigt sich, wie wertvoll funktionierende Netzwerke und ein starkes Miteinander sind.
Mut kann aber auch durch kleine Dinge entstehen: durch ehrliche Gespräche, durch gegenseitige Wertschätzung oder durch das Teilen von Erfahrungen. Oft reicht schon ein Perspektivenwechsel oder ein unterstützendes Wort, um neue Energie zu gewinnen. Wichtig ist, dass wir offen aufeinander zugehen und bereit sind, einander zu helfen – innerhalb der Wirtschaft genauso wie darüber hinaus in der Gesellschaft insgesamt.
Ihr Unternehmen hat die Patenschaft für die Kategorie Neustart inne. Sie selbst haben bereits zweimal eine Art Neustart in Ihrem Berufsleben gewagt – was sind die wichtigsten Tipps, die Sie anderen mitgeben können?
Gabriele Kinast: Ein Neustart ist immer mit Unsicherheit verbunden, aber gleichzeitig auch mit großen Chancen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Der wichtigste Schritt ist, den Mut aufzubringen, überhaupt loszugehen. Oft halten uns Zweifel oder die Angst vor dem Unbekannten zurück – dabei entstehen genau dort die größten Entwicklungsmöglichkeiten.
Ich würde jedem raten, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Intuition ist ein sehr wertvoller Kompass, gerade in Situationen, in denen nicht alle Faktoren planbar sind. Ebenso wichtig ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Man bringt meist viel mehr mit, als einem in dem Moment bewusst ist – sei es an Erfahrung, Wissen oder persönlicher Stärke.
Darüber hinaus hilft es, offen für Neues zu bleiben und sich aktiv mit Veränderungen auseinanderzusetzen. Ein Neustart bedeutet auch, sich selbst weiterzuentwickeln und bereit zu sein, dazuzulernen. Fehler oder Umwege gehören dazu und sollten nicht als Rückschlag, sondern als Teil des Prozesses gesehen werden. Wer diesen Weg mit einer positiven Grundhaltung geht und sich selbst etwas zutraut, schafft die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Neustart.
Sie sind jetzt seit einem guten Jahr in Tirol – wo haben Sie die Tiroler Unternehmer:innen als besonders mutig erlebt?
Gabriele Kinast: Besonders beeindruckend ist für mich die Kombination aus dieser Innovationsfreude und einem starken Bewusstsein für traditionelle Werte. In Tirol wird oft sehr bewusst darauf geachtet, Herkunft, Qualität und regionale Verbundenheit zu bewahren. Genau dieser Mix aus Bodenständigkeit und Zukunftsorientierung macht den Unternehmergeist hier so besonders.
Ich erlebe die Tiroler Unternehmer:innen als mutig, weil sie diesen Spagat erfolgreich meistern: Sie bleiben ihren Wurzeln treu und sind gleichzeitig offen für Neues. Diese Haltung schafft Stabilität und gibt gleichzeitig Raum für Wachstum – und genau das ist es, was Mut im unternehmerischen Kontext ausmacht.