Eine Bühne voller Tiroler Helden: Diese Sport-Stars jubelten über den Viktor
Die Ausgezeichneten strahlten bei der „Nacht des Tiroler Sports“ besonders hell. Was sie verbindet? Höchst unterschiedliche Karrierewege, die aber trotz unvermeidlicher Rückschläge in lichte Höhen führten.
Stephanie Venier: Von Österreichs wieder zu Tirols Sportlerin
Stephanie Venier kennt die Abläufe von Ehrungen bestens. Tirols Sportlerin 2023, Österreichs Sportlerin 2025 und nun wieder die beste Tirols. Ihre Goldfahrt im Super-G bei der Heim-WM hat die Oberperferin noch einmal in ganz neue Sphären katapultiert, nach WM-Silber 2017. Dazwischen lagen einige Höhen, aber auch Tiefen, aus denen sich Venier stets wieder rauszog. Selbst Knieprobleme vermochten sie nicht zu stoppen.
Ihre Welt auf den Kopf zu stellen, sollte zuletzt aber erst einem jungen Mann gelingen. Im vergangenen Sommer, kurz nach dem großen Erfolg in Saalbach, hatte die heute 32-Jährige ihre Karriere beendet und bald darauf bekannt gegeben, schwanger zu sein. Inzwischen ist Max rund vier Monate alt und der noch wohl größere Stolz, als es jede WM-Medaille je sein könnte.
Raphael Haaser: Mit Nummer 22 in den Ski-Himmel
Wenige hatten an diesem schönen Winter-Tag in Saalbach-Hinterglemm im WM-Riesentorlauf mit der Startnummer 22 gerechnet – doch der Mann, der schon Super-G-Silber um den Hals hängen hatte, sollte alle verblüffen. Der Mauracher Raphael Haaser vergoldete Österreich die Heim-Weltmeisterschaft und verhinderte damit einen Schweizer Dreifach-Sieg.
Für den 28-jährigen Allrounder war es die Krönung seiner Karriere, die ihn zugleich zum Helden der Ski-Nation machte. Dabei schien im Dezember noch alles den Bach runterzugehen. Der WM-Kombi-Dritte von 2023 überdehnte sich bei einem Sturz das Kreuzband, bangte um einen WM-Start, eh er im Super-G von Kitzbühel als Zweiter sensationell zurückkehrte. Der Rest ist Geschichte. Und an der schreibt Haaser fleißig weiter.
FC Wacker: Die schwarz-grüne Legende lebt
Vier Jahre nach dem letzten Konkurs und vorläufigem Abschied aus dem Profifußball hängt der Himmel beim FC Wacker Innsbruck, auch dank der neuen US-Partnerschaft (Los Angeles FC), wieder voller Geigen.
Nach einer ersten Saison der Konsolidierung in der Tiroler Liga (2022/23) marschierte die Mannschaft um Präsident Hannes Rauch und Cheftrainer Sebastian Siller in den beiden Folgejahren mit zwei Meistertiteln in die Regionalliga West hoch und steht als überlegener Westliga-Tabellenführer vor der Rückkehr in die 2. Liga. Der Zustrom der schwarz-grünen Fans ist nicht nur bei den Heimspielen im Innsbrucker Tivoli ungebrochen.
Der Liedtext ist wieder stimmig, „die Legende lebt“. Das ist auch sehr gut für den Tiroler Fußball, der eine weitere starke Profi-Plattform braucht.
Lilli Tagger: Rasanter Aufstieg zur Weltspitze
Selten zuvor passte der Titel „Tiroler Aufsteigerin des Jahres“ so punktgenau wie bei Lilli Tagger. Das Vorjahr startete die inzwischen 18-jährige Tirolerin als Nummer 776 der Tennis-Weltrangliste. Ihr historischer Triumph im Junioren-Bewerb der French Open war der Durchbruch, der die 1,87 Meter große Lienzerin mit der markanten einhändigen Rückhand über Nacht zum heimischen Star machte.
Es sollte erst der Anfang sein. Kaum hatte die bei Italiens Legende Francesca Schiavone trainierende Tagger in Wimbledon ihre Juniorinnen-Karriere beendet, kam auch schon der starke Einstieg auf der WTA-Tour. In Jiujiang (CHN) stand sie im Finale, in Linz heuer im Viertelfinale und kletterte damit erstmals in die Top 100. Und das große Ziel sind wieder die French Open. Jetzt bei den Erwachsenen.
Jasmin Plank: Der schwierigste Weg ist der wertvollste
Manchmal, schrieb Jasmin Plank nach dem Weltcup-Finale in Laval (FRA), ist der schwierigste Weg der wertvollste. Einer stark überhöhten Spastik, einer beleidigten Bizepssehne und einem gerissenen Ringband zum Trotz kletterte die Hallerin Ende Oktober zum Sieg. Und schloss damit ein höchst erfolgreiches Kletterjahr 2025 ab, welches mit dem Weltcup-Heimsieg in Innsbruck und WM-Silber in Seoul weitere Höhepunkte hatte. Auch die erste Million Schritte mit ihren neuronal gesteuerten Orthesen bedeuteten einen Meilenstein für die 37-Jährige.
Die erneute Wahl zu Tirols Behindertensportlerin kommt deshalb nicht überraschend. Nur zu gerne hätte Plank den Viktor am Freitagabend mit ihren Eltern im Congress Innsbruck gefeiert. Doch vor wenigen Tagen musste sie ihre geliebte Mama gehen lassen.
Daniel Stütz: „Ich möchte einmal zu den Paralympics“
Wängle Aufgeben ist nichts für Daniel Stütz. Als der mittlerweile 25-Jährige aus Wängle drei Monate alt war, bekamen seine Eltern Angelika und Sigurd zu hören, dass ihr Sohn aufgrund eines Schlaganfalls möglicherweise nur einige Wörter sprechen würde. Damit begann der Kampf um die Zukunft, das sollte sich auszahlen:
Trotz einer Halbseitenlähmung glich sein Bildungsweg dem der Alterskollegen, mittlerweile ist Daniel Stütz als Bürokaufmann tätig. Seine Passion: die Behinderten-Leichtathletik. Als 16-Jähriger begann seine Laufbahn beim SC Breitenwang, 18 Staatsmeistertitel und Rekorde (100 m, 200 m, 400 m, 800 m, Weitsprung) später stellt die Kür zu „Tirols Behindertensportler des Jahres“ eine Zwischenstation dar. Sein erklärtes Ziel: „Ich möchte an Paralympischen Spielen teilnehmen!“
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