Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon
Die israelische Armee hat am Sonntagabend bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Zuvor war ein Bild in den Sozialen Medien kursiert, das einen israelischen Soldaten zeigt, der im Libanon einer gestürzten Jesusfigur am Kreuz mit einer Axt auf den Kopf schlägt. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Außenminister Gideon Saar entschuldigten sich für den Vorfall.
Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen israelischen Soldaten im Südlibanon zeige. Man nehme den Vorfall äußerst ernst, teilte die Armee am Sonntagabend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden. Gegen die Beteiligten würden angemessene Maßnahmen ergriffen, hieß es von der Armee weiter. Darüber hinaus wolle man die Gemeinde bei der Wiederherstellung des Kruzifixes an seinem Standort unterstützen. Rund jeder dritte Libanese ist Christ.
Netanyahu äußerte sich "fassungslos und traurig" über den Vorfall. "Ich verurteile diese Tat aufs Schärfste. Militärbehörden führen eine strafrechtliche Untersuchung der Angelegenheit durch und werden angemessen harte disziplinarische Maßnahmen gegen den Schuldigen ergreifen", schrieb er auf der Plattform X. "Wir bedauern den Vorfall und jeglichen Schmerz, den er Gläubigen im Libanon und weltweit zugefügt hat." Israel sei "der einzige Ort im Nahen Osten, der die Religionsfreiheit für alle garantiert."
Israels Außenminister Gideon Saar entschuldigte sich angesichts des Vorfalls bei allen Christen, deren Gefühle verletzt worden seien. Er sprach von einer "beschämenden Handlung", die Israels Werten widerspreche. "Israel ist ein Land, das die verschiedenen Religionen und ihre heiligen Symbole respektiert und Toleranz und Respekt zwischen den Glaubensrichtungen hochhält", schrieb er auf X. Er äußerte sich zuversichtlich, dass gegen die Beteiligten "strenge Maßnahmen" ergriffen würden. Details nannte er dazu zunächst nicht.