Mut braucht starke Partnerschaften
Raiffeisen Tirol unterstützt die Initiative MutMacher bereits zum zweiten Mal. Vorstandsvorsitzender Thomas Wass spricht über Vertrauen, regionale Stärke und ein Bauprojekt, das Mut und Ausdauer gefordert hat.
Raiffeisen Tirol unterstützt die Initiative MutMacher bereits zum zweiten Jahr in Folge. Warum ist eine Bank genau die richtige Partnerin für Unternehmen in unruhigen Zeiten?
Thomas Wass: Gerade in unruhigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig stabile und verlässliche Partnerschaften sind. Unternehmen brauchen nicht nur kurzfristige Lösungen, sondern Begleiter, die sie langfristig unterstützen und ihre Entwicklung verstehen. Eine Bank kann hier eine entscheidende Rolle einnehmen – vor allem dann, wenn sie über echte finanzielle Expertise verfügt und diese mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden verbindet.
Als regional verankerte Bank kennen wir die wirtschaftlichen Gegebenheiten vor Ort sehr genau. Wir verstehen die Strukturen, die Herausforderungen und auch die Chancen, die sich in Tirol bieten. Dieses Wissen ermöglicht es uns, individuell auf Unternehmen einzugehen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um ein tiefes Verständnis für die jeweilige Situation.
Unser Ansatz ist bewusst persönlich geprägt. Wir setzen auf langfristige Beziehungen und denken nicht in kurzfristigen Zyklen. Das bedeutet auch, dass wir in herausfordernden Zeiten gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden nach Lösungen suchen und – wo sinnvoll – Zugeständnisse machen können, die auf Vertrauen basieren. Genau dieses Vertrauen ist es, das in unsicheren Zeiten Stabilität gibt und Mut entstehen lässt.
Wie sehen Sie die Tiroler Wirtschaft in den aktuell sehr herausfordernden Zeiten aufgestellt?
Thomas Wass: Ich sehe die Tiroler Wirtschaft grundsätzlich sehr gut aufgestellt, auch wenn die Rahmenbedingungen derzeit alles andere als einfach sind. Die Region verfügt über ein großes Potenzial, das sich aus einer gelungenen Kombination von Tradition und Innovationskraft speist. Viele Unternehmen bauen auf gewachsene Strukturen und Werte, sind gleichzeitig aber offen für neue Ideen und Entwicklungen.
Was mich besonders beeindruckt, ist die Krisenfestigkeit vieler Betriebe. Es gibt einen ausgeprägten Unternehmergeist, der sich gerade in schwierigen Zeiten zeigt. Ich würde die Tiroler Wirtschaft durchaus als eine Art „Stehaufmännchen“ bezeichnen: Rückschläge werden nicht einfach hingenommen, sondern als Ansporn gesehen, sich weiterzuentwickeln und neue Wege zu finden.
Hinzu kommt ein starkes Bewusstsein für Gemeinschaft. Zusammenarbeit, regionale Netzwerke und gegenseitige Unterstützung spielen eine große Rolle. Dieses Miteinander ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass die Wirtschaft in Tirol auch unter Druck stabil bleibt. Ich bin daher überzeugt, dass die Region und ihre Unternehmen gut gerüstet sind, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen.
Die Raiffeisen-Landesbank Tirol ist erst vor kurzem in das neue RAIQA eingezogen, der Bau hat insgesamt neun Jahre gedauert. Hat es dafür Mut gebraucht und wurde dieser belohnt?
Thomas Wass: Ein Projekt in dieser Größenordnung umzusetzen, erfordert definitiv Mut – aber auch eine klare Vision und einen langen Atem. Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung sind viele Jahre vergangen, in denen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden mussten. Natürlich ist ein solches Vorhaben auch immer mit Risiken verbunden, weshalb eine sorgfältige Planung unerlässlich ist. Nur so kann man die notwendige Sicherheit gewinnen, um ein Projekt dieser Dimension verantwortungsvoll umzusetzen.
Während der Bauzeit wurden wir mit unterschiedlichen Herausforderungen konfrontiert – von einer globalen Pandemie bis hin zu den aktuellen geopolitischen Krisen. In solchen Phasen zeigt sich, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben und gleichzeitig an der eigenen Vision festzuhalten. Ja, wir haben auch Lehrgeld bezahlt, aber genau daraus konnten wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen.
Rückblickend können wir sagen: Der Mut hat sich gelohnt. Mit dem RAIQA ist ein Ort entstanden, der weit mehr ist als ein Bankgebäude. Es ist ein Raum, in dem Begegnung, Austausch und Gemeinschaft stattfinden. Dieser Gedanke war von Anfang an zentral – und zu sehen, wie er heute gelebt wird, macht uns stolz.
Haben Sie in dieser Zeit Dinge gelernt, die Sie mit anderen teilen können, um ihnen Mut zu machen?
Thomas Wass: Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Projekt ist, dass man große Herausforderungen nicht alleine bewältigen sollte. Es braucht starke Partner, auf die man sich verlassen kann, und ein Team, das gemeinsam an einem Strang zieht. Wir hatten das Glück, während des gesamten Projekts von erfahrenen und engagierten Partnern begleitet zu werden, die entscheidend zum Erfolg beigetragen haben.
Ebenso wichtig ist es, nicht vorschnell aufzugeben. Gerade bei langfristigen Projekten gibt es immer wieder Phasen, in denen Dinge nicht wie geplant laufen. In solchen Momenten braucht es Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, Lösungen zu finden, anstatt sich von Rückschlägen entmutigen zu lassen.
Was sich für mich einmal mehr bestätigt hat, ist die Kraft des gemeinsamen Handelns. Unser Leitsatz „WIR macht’s möglich“ ist nicht nur ein Slogan, sondern gelebte Realität – und das seit vielen Generationen. Auch nach über 200 Jahren hat dieser Gedanke nichts an Aktualität verloren. Wenn Menschen zusammenarbeiten, einander vertrauen und ein gemeinsames Ziel verfolgen, dann lassen sich selbst große Herausforderungen erfolgreich meistern.