Wirtschaftskammer will 100 Millionen Euro an Unternehmen rückerstatten
WKÖ-Präsidentin Martha Schultz kündigte Einsparungen für die kommenden Jahre an. Nun sei die Regierung bei Lohnnebenkosten am Zug.
Nach den Turbulenzen rund um die Bezüge der Präsidenten versucht die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) den kritischen Unternehmerinnen und Unternehmern nun entgegenzukommen. „Mein Ziel ist es, bis 2030 die Betriebe mit 100 Millionen Euro zu entlasten“, kündigte WKÖ-Präsidentin Martha Schultz im ORF an. Das sei mit den Ländern vereinbart beziehungsweise koordiniert, sagte die Tirolerin.
Die technischen Details zur Umsetzung dieser Einsparungen würden derzeit mit den Landeskammern ausgearbeitet, so die WKÖ. Die genaue Aufteilung der Beiträge auf Bundes- und Landesebene sei deshalb noch Gegenstand laufender Abstimmungen, heißt es von der Tiroler Wirtschaftskammer gegenüber der TT.
Budget der Kammer
Man bekräftigt: „Wir tragen den Reformkurs von Martha Schultz aktiv mit. Unser Ziel ist eine schlankere, effizientere Organisation, die ihre Mittel noch konsequenter im Sinne der Betriebe einsetzt. Tirol wird dazu seinen Beitrag leisten, um spürbare Entlastungen für die Unternehmen zu ermöglichen.“
Das Budget der ganzen Wirtschaftskammer mit Landeskammern und Fachgruppen liegt deutlich über einer Milliarde Euro im Jahr. Laut Budgetvoranschlag vom November kann alleine die Wirtschaftskammer Österreich heuer mit 327 Mio. Euro an Einnahmen rechnen. Davon sollen 100 Mio. Euro aus der von der Vorsteuer abhängigen Kammerumlage (KU) 1 kommen und 159 Mio. Euro aus der von Arbeitgeberbetrieben zu entrichtenden Kammerumlage 2.
Der KU2-Satz setzt sich aus einem Bundeskammer-Anteil und einem von jeder Landeskammer festgesetzten Anteil zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Landeskammer-Anteile ergeben sich für jedes Bundesland verschiedene KU2-Sätze. Kritiker hatten die gänzliche Abschaffung der KU2 gefordert.
Ball an die Regierung
Die Wirtschaftskammer plant, „das Einsparvolumen überwiegend bei der KU2 zu realisieren“, so die Unternehmensvertretung.
„Wir leisten damit unseren Beitrag für eine Senkung der Lohnnebenkosten. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, unserem Vorbild zu folgen und eine breite Senkung der Lohnnebenkosten endlich anzugehen“, betont Schultz.
Die Industriellenvereinigung (IV) sieht die von der WKÖ angekündigte Entlastung als ersten positiven Schritt im Rahmen des Reformprozesses und als Signal für den Reformwillen und die Ergebnisorientierung der WKÖ.
Der Grünen Wirtschaft sowie den UNOS, der Interessenvertretung der NEOS in der Wirtschaftskammer, reicht die Entlastung nicht. (sas, APA)