Sechs Hubschrauber im Einsatz

Bereits 110 Hektar in Flammen: Waldbrand im Lesachtal breitet sich immer weiter aus

Mittlerweile stehen über 35 Hektar in Flammen.
© APA/Matthias Warmuth

Im Kärntner Lesachtal wütet seit Donnerstag ein Waldbrand, die Löscharbeiten im steilen Gelände gestalten sich als äußerst schwierig. In der Nacht auf Samstag breitete sich das Feuer auf 110 Hektar aus. Die Feuerwehr geht von einem mehrtägigen Einsatz aus.

Lesachtal – Der Waldbrand im Kärntner Lesachtal hat sich über Nacht auf 110 Hektar land- und forstwirtschaftliche Fläche ausgebreitet. Das ergab ein Erkundungsflug Samstagfrüh, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor mit. Die Löscharbeiten werden seit 6.30 Uhr fortgesetzt, der Fokus des Einsatzes lag weiterhin auf der Eindämmung der Ausbreitung. Im Einsatz standen sechs Hubschrauber, 33 Feuerwehren mit 250 Einsatzkräften, davon 23 Feuerwehr-Flughelfer.

Drei Hubschrauber stammen vom Bundesheer, drei von der Polizei. Siedlungsraum war nicht betroffen, keine Menschen seien gefährdet, hieß es. Dennoch standen Rettungskräfte in Bereitschaft, um schnell Hilfe leisten zu können. Das Einsatzgebiet wurde in vier Abschnitte gegliedert. Die Sperre der Bundesstraße (B111) zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau blieb bis auf Weiteres aufrecht.

Feuer griff weiter um sich

Es sei zu erwarten gewesen, dass sich das Feuer über Nacht ausbreitet, sagte Feuerwehr-Sprecher Florian Jost am Samstag zur APA. In der Nacht können keine Hubschrauber fliegen, auch der Wind sorgte für eine weitere Ausbreitung. Der Brand sei keine geschlossene Fläche - „hier ein Graben, dort ein Graben, je nachdem wie der Wind geht“. Auf den bereits abgebrannten Flächen sind inzwischen Feuerwehrleute mit Rückenspritzen im Einsatz, die Glutnester ausgraben und ablöschen, eine sehr anstrengende Arbeit. Der Großteil des Löscheinsatzes finde aber nach wie vor aus der Luft statt.

Die Löscharbeiten bei Nacht gestalteten sich äußerst schwierig.
© APA/FF Liesing

Der Großteil des Löscheinsatzes finde nach wie vor aus der Luft statt, sagte Jost. Von den Hubschraubern, unter ihnen auch ein Black Hawk, seien immer drei bis vier im Einsatz und holen Wasser aus dem Gailfluss, um das Feuer so zu bekämpfen. Die Kapazität betrug mit Stand 11.00 Uhr 6.000 Liter pro fünf Minuten. Jost: „Da geht etwas weiter.“ Umgekehrt habe man es mit einer sehr großen Fläche zu tun, auch wenn der Großteil davon inzwischen abgebrannt sei.

Aktuell seien die Einsatzkräfte „hoffnungsvoll“, so Jost. „Im Moment ist es so, dass es sich nicht ausbreitet. Das hängt aber von den Windverhältnissen ab.“ Bei Wind lodern die Flammen schnell auf, brennende Pflanzenteile, die davon geweht werden, können schnell für einen neuen Brandherd sorgen. Die Hubschrauber, die gerade nicht löschen, würden beispielsweise für die Lageerkundung genutzt oder stehen für Notfälle bereit, etwa wenn Einsatzkräfte plötzlich von Flammen eingeschlossen würden, erklärte Jost.

Bundesheer im Einsatz

Am Freitag rückte auch das Bundesheer zum Assistenzeinsatz ins Lesachtal an, im Einsatz standen drei Hubschrauber sowie ein Tanklöschfahrzeug. Vom Hermagorer Bezirkshauptmann Heinz Pansi wurde der Bezirkskrisenstab aktiviert. Das Land Kärnten war mit dem Bezirkskrisenstab, dem Landesfeuerwehrkommando und dem Katastrophenschutz in laufendem, engem Austausch.

Auch Osttiroler im Einsatz

Nicht nur Feuerwehren aus dem oberen Gailtal, sondern auch aus Osttirol wurden zum Löscheinsatz beordert. Zuerst galt es, eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Wegen des steilen Geländes und der Dunkelheit am Donnerstag war der Einsatz für die Feuerwehrleute aber sehr gefährlich. Auch die Löschwasserversorgung gestaltet sich im steilen Gelände als äußerst schwierig.

Auch das Bundesheer unterstützt die Löscharbeiten aus der Luft.
© Bundesheer

Wegen der Gefahr von auf die Fahrbahn herabrollenden Teilen musste die Lesachtalstraße (B111) zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Eine Umfahrung war nur großräumig über Osttirol möglich. (APA, TT.com)