Hohe Waldbrandgefahr

Extreme Trockenheit: Striktes Feuerverbot in Tirol in Kraft

Im Kärntner Lesachtal nahe der Osttiroler Grenze bekämpfen Feuerwehren seit Tagen einen riesigen Waldbrand. Die Gefahr ist auch in Tirol hoch.
© APA/LPD KÄRNTEN/FEST KLAGENFURT

Auch in nächster Zeit ist nicht mit flächendeckendem Regen zu rechnen, die Situation bleibt also angespannt. Nun wurden Waldbrand-Verordnungen für ganz Tirol erlassen. 80 Prozent der Brände werden von Menschen ausgelöst.

Innsbruck – Mehrmals mussten die Tiroler Feuerwehren in den vergangenen Tagen zu Wald- und Böschungsbränden ausrücken. Sölden, Längenfeld, Seefeld … die Liste an Einsatzorten könnte sich in den nächsten Tagen wohl verlängern, wird befürchtet.

Aufgrund der wochenlangen Trockenheit und ausbleibender Niederschläge haben die Behörden nun die Notbremse gezogen: In ganz Tirol gilt seit Montag ein striktes Verbot für offenes Feuer in und in der Nähe von Wäldern. Die Bezirkshauptmannschaften und die Stadt Innsbruck reagieren damit auf die aktuell hohe Waldbrandgefahr. Auch in absehbarer Zeit ist nicht mit großen Niederschlagsmengen zu rechnen.

Vorsicht auch auf Wiesen geboten

Die Verordnung verbietet jegliches Entzünden von Feuer und das Wegwerfen von glimmenden Zigaretten oder Zündhölzern. Das Verbot ist umfassend und schließt auch sogenannte Zweckfeuer, wie das Verbrennen von Astmaterial auf Almflächen, mit ein.

Waldbesitzer sind von dieser Regelung nicht ausgenommen. Die Gefahrenzonen erstrecken sich über den Wald hinaus auf angrenzende Wiesen, wo die Vegetation und Windverhältnisse ein schnelles Übergreifen der Flammen begünstigen könnten. Das Verbot bleibt bis auf Widerruf in Kraft.

So verhält man sich richtig

  • Kein Feuer: Entzünden und hantieren Sie nicht mit Feuer im Wald und in Gefährdungsbereichen.
  • Keine Zigaretten: Werfen Sie keine brennenden oder glimmenden Gegenstände weg.
  • Waldbrand entdeckt? Wählen Sie sofort den Notruf 122.
  • In Sicherheit bringen: Warten Sie in sicherer Entfernung auf das Eintreffen der Feuerwehr.

Über 80 Prozent der Brände sind menschengemacht

„Unsere Feuerwehrleute sind genau für solche Situationen bestens ausgebildet und jederzeit bereit, auszurücken“, erklärt Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher. Er gibt jedoch gleichzeitig zu bedenken: „Ein solcher Einsatz bindet enorme Ressourcen und ist potentiell für Einsatzkräfte gefährlich. Über 80 Prozent der Waldbrände werden von Menschen verursacht und hätten daher vermieden werden können.“

© Liebl Daniel
Über 80 Prozent der Waldbrände werden von Menschen verursacht und hätten daher vermieden werden können.
Landesfeuerwehrinspektor Rene Staudacher

Die langfristigen ökologischen und wirtschaftlichen Schäden wären fatal, wie Hans-Peter Jauk, Vorstand der Abteilung Waldschutz des Landes, erklärt: „Die zerstörte Waldvegetation und der unmittelbare wirtschaftliche Schaden für die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sind dabei enorm. Zusätzlich geht damit ein Verlust der wertvollen Waldfunktionen, insbesondere der Schutzfunktion, einher. Gerade die Schutzfunktion ist für unser Bundesland essenziell.“ (TT.com)

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