Gemeinsames Gebet

Herzenswunsch erfüllt: Nonnen von Goldenstein bei Papst Leo in Rom

Die ehrwürdigen Schwestern Bernadette, Rita und Regina am Petersplatz in Rom, wo sie der Generalaudienz des Papstes beiwohnten.
© Quirin Leppert

Die drei Nonnen von Goldenstein haben an der Generalaudienz des Papstes teilgenommen – gegen den Willen ihres Ordensoberen in Österreich. Negative Konsequenzen befürchten sie nicht.

Für die ehrwürdigen Schwestern Bernadette, Regina und Rita hat sich ein Traum erfüllt: Am Mittwoch nahmen die Augustiner Chorfrauen an der Generalaudienz von Papst Leo XIV. im Vatikan teil. Möglich wurde die Reise von Salzburg nach Rom durch die großzügige Spende eines anonymen Gönners, der auf die Geschichte der Schwestern aufmerksam geworden war. Maßgeblich in die Organisation eingebunden war auch der renommierte Vatikan-Korrespondent Andreas Englisch.

Gemeinsames Gebet

Auf dem Instagram-Kanal der Nonnen (realnonnengoldenstein) konnte man die Höhepunkte der Pilgerreise mitverfolgen – welche Freude die Schwestern etwa am Petersplatz hatten, als sich schließlich der Papst zeigte. Ein persönliches Zusammentreffen mit Leo XIV. hat es nicht gegeben. Die Erinnerungen an diesen besonderen Tag und das gemeinsame Vaterunser-Gebet kann den drei Nonnen aber niemand mehr nehmen. „Es war ein Herzenswunsch der Nonnen, einmal in den Vatikan zu kommen und den Heiligen Vater zu sehen“, so die Sprecherin des Helferinnen-Teams zur TT.

Fast hätte die seit Wochen geplante Reise gar nicht stattgefunden. Zur Erinnerung: Die drei Augustiner-Chorfrauen waren im vergangenen September gegen den Willen ihres Ordensoberen von einem Seniorenheim in ihr früheres Kloster zurückgekehrt, das mittlerweile der Erzdiözese Salzburg und dem Stift Reichersberg gehört. Die Rückkehr sorgte weltweit für enormes mediales Interesse. Da sich in der Folge die drei Nonnen und der Propst nicht auf eine Lösung einigen konnten, schalteten beide Seiten den Vatikan ein.

Der Vatikan gab grünes Licht

Dieser beließ Propst Markus Grasl in seiner Funktion als Ordensoberer für die Schwestern, stellte ihm aber den jungen Salzburger Erzabt Jakob Auer zur Seite. Dieser sollte mithelfen, eine Vereinbarung auszuarbeiten, die dem Wunsch der Schwestern Rechnung trägt, im Kloster Goldenstein wohnhaft zu bleiben. Aus dem zuständigen Dikasterium im Vatikan habe es dafür schon grünes Licht gegeben, bestätigt die Sprecherin. Auer habe die Schwestern aber unterschreiben lassen, nicht nach Rom zu reisen, was sie aus Sorge vor Konsequenzen getan hätten.

Italien ohne Gelato? Niemals! Die Nonnen von Goldenstein genossen auch ein Eis im Parco del Colle Oppio gegenüber dem Kolosseum.
© Quirin Leppert

Dann habe sich das Team um die Schwestern nach Rücksprache mit ihrem Rechtsanwalt aber in letzter Minute doch entschieden, die Reise anzutreten. Negative Folgen nach ihrer Rückkehr befürchten die Nonnen nicht. „Wir werden voller Freude über unsere Reise erzählen“, so Schwestern Rita.