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Libanon: Fünf Menschen bei israelischen Angriffen getötet

Bei neuen israelischen Luftangriffen im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet worden. Eine Drohne habe in der Nähe der Stadt Nabatiye zwei Menschen getötet, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Bei einem Angriff in der Region Iqlim al-Tuffah seien am frühen Morgen drei weitere Menschen gestorben. Israel berichtete von rund 50 Angriffen in 24 Stunden. Bereits am Freitag hatten israelische Angriffe im Südlibanon zwölf Menschen getötet.

Die israelische Armee teilte in einem Posting auf der Plattform X mit, binnen 24 Stunden sei es zu rund 50 Angriffen im Südlibanon gekommen. Das Militär zerstöre weiterhin "Terror-Infrastruktur" in dem nördlichen Nachbarland und töte dort Terroristen. Bei der Infrastruktur handle es sich laut israelischem Militär unter anderem um Gebäude, die Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz für Angriffe auf Soldaten genutzt hätten. Im Südlibanon seien israelische Soldaten von der Hisbollah mit mehreren Raketen angegriffen worden.

Offiziell gilt im Krieg zwischen der Hisbollah und Israel eine Waffenruhe. Faktisch kommt es aber täglich zu Angriffen beider Seiten. Die israelischen Streitkräfte sind auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei. Im Zuge des Iran-Kriegs war auch der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah erneut eskaliert.

Die USA dringen angesichts der fragilen Waffenruhe auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. Die Waffenruhe hatte US-Präsident Donald Trump Mitte April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet.

Die US-Botschaft in Beirut sprach sich für ein Treffen zwischen Aoun und Netanyahu aus, um Garantien für Souveränität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau zu erreichen - abgesichert durch die USA. Aoun lehnt ein solches Treffen laut libanesischen Medien derzeit während der anhaltenden Kämpfe ab und stellt es erst nach erfolgreichen Verhandlungen in Aussicht.

Bei einem Treffen Aouns mit US-Botschafter Michel Issa am Freitag ging es laut Präsidialamt um die Stabilisierung der Waffenruhe und mögliche weitere Gespräche in Washington zur Grenzsicherheit. In ersten direkten Gesprächen dort hatte Israel die vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, während der Libanon einen vollständigen israelischen Abzug verlangte. Die Entwaffnung der Hisbollah, die laut Vereinbarung von 2024 vorgesehen war, ist bisher nicht umgesetzt worden.