USA kündigen Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland an
US-Präsident Trump hatte den Abzug bereits angedroht. Deutschlands Verteidigungsminister Pistorius ist um Deeskalation bemüht.
Washington – US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Freitag den Abzug von etwa 5000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Man gehe davon aus, dass der Abzug innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein werde, teilte ein Sprecher des Pentagons der Deutschen Presse-Agentur mit. Diese Entscheidung folge einer gründlichen Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa. Sie trage den Anforderungen der Einsatzgebiete sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung, hieß es.
Trump hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, einen entsprechenden Schritt erneut zu prüfen. Zuvor hatte er deutliche Kritik an Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz geübt, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. Trump ist bekannt dafür, dass er solche Äußerungen persönlich nimmt.
Pistorius: NATO muss europäischer werden
Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius bemühte sich nach der Ankündigung aus den USA um Deeskalation: „Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA“, sagte Pistorius der dpa in Berlin. Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme.
Klar sei, dass die NATO europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können. „Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen“, so Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg.
NATO will Klarheit über US-Truppenabzug gewinnen
Die NATO versucht unterdessen, Einzelheiten zum angekündigten US-Truppenabzug aus Deutschland zu erfahren. „Wir arbeiten mit den USA zusammen, um die Details ihrer Entscheidung zur Truppenpräsenz in Deutschland zu ergründen“, teilte eine NATO-Sprecherin auf der Plattform X mit.
Die Anpassung unterstreiche aber die Notwendigkeit, dass Europa sich stärker im Verteidigungsbündnis engagiere, verstärkt in die Verteidigung investiere und einen größeren Teil der Verantwortung für die gemeinsame Sicherheit übernehme. Da gebe es bereits Fortschritte. „Wir bleiben zuversichtlich, dass wir unsere Abschreckung und Verteidigung gewährleisten können, während dieser Wandel hin zu einem stärkeren Europa in einer stärkeren NATO weitergeht“, schrieb die Sprecherin weiter.
Aktuell fast 40.000 US-Soldaten in Deutschland
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner – etwa im Nahen Osten – sind sie von enormer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen – die Zahl von 5000 Soldaten gilt daher nicht als besonders gravierend. Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium sei nicht geplant, im rheinland-pfälzischen Landstuhl oder anderen medizinischen Einrichtungen für US-Streitkräfte unmittelbar Personal abzubauen. (APA, dpa, TT.com)
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