Zuerst Jesus-Figur, jetzt Nonne: Immer mehr jüdische Attacken auf Christen im Nahen Osten
Nachdem israelische Soldaten im Südlibanon versuchten, eine Jesus-Statue mit einer Axt zu köpfen, hat nun ein jüdischer Mann in Jerusalem eine Nonne brutal zu Boden gestoßen. Nicht nur diese Fälle sorgen für viel Aufruhr.
In Israel häuft sich jüdische Gewalt gegen Christen. Betroffene berichten etwa immer wieder von Spuck-Attacken. Einige Angriffe gingen jetzt weit darüber hinaus. So hat zuletzt in Jerusalem ein Mann eine französische Nonne angegriffen. Bei dem Täter, der die Frau attackiert habe, weil er sie als Christin erkannt habe, handle es sich um einen jüdischen Einwohner, berichtete der Sender N12.
Jesus-Statue im Libanon
Ein von dem Sender veröffentlichtes und in sozialen Netzwerken kursierendes Video zeigt, wie der Täter auf die Frau zuläuft und sie von hinten mit voller Wucht zu Boden stößt. Weiters ist zu sehen, wie der Mann sich zunächst entfernt, dann aber zurückkehrt und die am Boden liegende Nonne tritt. Ein Passant eilt der Frau schließlich zu Hilfe und schubst den Angreifer weg.
N12 meldete, ein 36 Jahre alter Tatverdächtiger sei festgenommen worden. Die Nonne sei bei dem Angriff am Kopf verletzt worden. Israels Polizei äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall. Christen sind in Israel eine sehr kleine Minderheit, sie machen nur zwei Prozent der rund zehn Millionen Bürger aus.
Polizei hinderte Kardinal
Für Empörung sorgte zuletzt auch ein anderer Vorfall. In sozialen Netzwerken wurde ein Foto von einem israelischen Soldaten im Südlibanon gezeigt, der einer gestürzten Jesusfigur am Kreuz den Kopf mit einer Axt abzuhacken versucht. Die Statue befand sich im christlichen Dorf Debl. Die israelische Armee bestätigte die Tat und bestrafte die beiden beteiligten Soldaten mit 30 Tagen Haft.
Am Palmsonntag verwehrte zunächst die israelische Polizei Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, den Zutritt zur Grabeskirche. (APA, dpa, TT)