Tote auf Kreuzfahrtschiff im Atlantik nach Hanta-Ausbruch
Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion gestorben. Zwei der Toten seien Niederländer, hieß es vom niederländischen Außenministerium. Weitere drei Personen seien infiziert, eine von ihnen werde in Südafrika intensivmedizinisch betreut, teilte die WHO in Genf auf der Plattform X mit.
Die anderen beiden Infizierten seien Crew-Mitglieder, die ebenfalls medizinische Notfallversorgung benötigen, teilte der Betreiber Oceanwide Expeditions mit. Das Hantavirus kann bei Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Infektionen können bei Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren passieren. In seltenen Fällen wird der Erreger auch von Mensch zu Mensch übertragen, hieß es von der WHO.
Die Passagiere und die Crew erhielten medizinische Unterstützung, hieß es von der WHO. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange. Es handelt es sich um das Schiff "Hondius". Laut Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen auf Kap Verde. Das Schiff des niederländischen Betreibers Oceanwide Expeditions hat für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder Platz.
Die kapverdischen Behörden weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen. Die "MV Hondius" erhalte keine Erlaubnis, im Hafen der Hauptstadt Praia anzulegen, sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsbehörden, Maria da Luz Lima, am Sonntagabend dem Radiosender Radio de Cabo Verde. "Zum Schutz der kapverdischen Bevölkerung" dürften die Passagiere nicht von Bord gehen.
Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, betonte, es gebe keinen Grund für Reisebeschränkungen. "Hantavirus-Infektionen sind ungewöhnlich und in der Regel auf den Kontakt mit infizierten Nagetieren zurückzuführen", erklärte er. Zwar könne die Krankheit in einigen Fällen schwer verlaufen, eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei jedoch selten. Die WHO arbeite mit den beteiligten Ländern zusammen, um die medizinische Versorgung, Evakuierungen und Untersuchungen zu unterstützen.