„Hat damit nichts zu tun“

Rattengift-Erpressung bei Hipp: Verdächtiger Ex-Mitarbeiter bestreitet Vorwürfe

Bislang wurde ein mit Rattengift manipuliertes Glas gefunden. Laut einem Gutachten waren 15 Mikrogramm Rattengift beigemengt worden.
© CHARLOTTE SIEMON

Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den Babykosthersteller Hipp bestreitet der verdächtige ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens vehement alle Vorwürfe. Sein Anwalt bezeichnete die Anschuldigungen als „aus der Luft gegriffen“.

Eisenstadt – Der Verdächtige im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp bestreitet die Vorwürfe laut einem Bericht des ORF Burgenland. Gegenüber der APA betonte sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger ebenfalls: „Er hat damit nichts zu tun.“ Die Vorwürfe seien „aus der Luft gegriffen“. Arbacher-Stöger zeigte sich skeptisch, dass die von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte Untersuchungshaft verhängt wird.

Dass der Mann ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens Hipp ist, bestätigte Arbacher-Stöger. Er habe aber die Firma „in beidseitigem Einverständnis“ verlassen. Der Anwalt erklärte weiters, dass sein Mandant, der sich aktuell in der Justizanstalt Eisenstadt befindet, „mit der gesamten Sache nicht irgendwie geartet etwas zu tun“ habe. Dieser vertraue nun darauf, dass „ordentlich ermittelt wird und dann klar ist, dass er nicht der gesuchte, mutmaßliche Täter ist“.

Arbacher-Stöger zeigte sich skeptisch dazu, dass die von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte U-Haft verhängt wird. „Ich bin davon überzeugt, dass er damit nichts zu tun hat. Das gibt der Akt auch nicht her. Es ist vielleicht eine überschießende Maßnahme gewesen, ihn gleich festzunehmen.“

Gutachten über Toxizität noch ausständig

Offen ist auch noch das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Hiervon hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Bis jetzt wurde gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.

In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel“ 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf. (APA)

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