Frauen stärker betroffen

Wieder mehr Jobsuchende: Nahost-Krieg dämpft Stimmung am Tiroler Arbeitsmarkt

Geopolitische Turbulenzen belasten weiterhin die heimische Wirtschaft und den Job-Markt. Eine große Herausforderung stellen Langzeitarbeitslose dar. Tirol mit drittniedrigstem Wert im Bundesländervergleich.
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Geopolitische Turbulenzen belasten weiterhin die heimische Wirtschaft und den Jobmarkt. Eine große Herausforderung stellen Langzeitarbeitslose dar. Tirol mit drittniedrigstem Wert im Bundesländervergleich.

Innsbruck – Die Lage am heimischen Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt, vor allem der Krieg im Nahen Osten und die hohen Energiepreise belasten die globale und heimische Wirtschaft. Das dämpft auch die Aussichten am Tiroler Jobmarkt.

Laut Daten des Tiroler Arbeitsmarktservice (AMS) waren Ende April 21.639 Personen arbeitslos vorgemerkt – das ist ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine deutliche Zunahme um 10,8 Prozent auf 2807 Personen gab es bei den Schulungsteilnehmern. Erneut waren Frauen stärker betroffen als Männer. Gleichzeitig gibt es mehr Beschäftigte. Positive Signale gab es aus der Industrie und vom Bau – hier ist die Arbeitslosigkeit gesunken.

Langzeitarbeitslosigkeit im Fokus

„Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin robust und die Arbeitslosenquote bleibt vergleichsweise niedrig. Gleichzeitig hält die wirtschaftliche Stagnation nun schon seit über zwei Jahren an und die geopolitischen Unsicherheiten nehmen leider nicht ab. Auf einen nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosigkeit müssen wir daher weiter warten“, sagt Tirols AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger.

Trotz steigender Arbeitslosigkeit hat Tirol mit 5,8 Prozent im Bundesländervergleich hinter Oberösterreich und Salzburg den drittniedrigsten Wert. Eine große Herausforderung stellt österreichweit und ebenso in Tirol die Langzeitbeschäftigungslosigkeit dar. Aktuell sind in Tirol 2353 Menschen langzeitbeschäftigungslos – das ist ein Anstieg von 17,4 Prozent.

Geringeres Plus bundesweit

„Neben der Fachkräftesicherung bleibt die steigende Langzeitbeschäftigungslosigkeit unsere zentrale Herausforderung. Die Risikofaktoren Gesundheit, Alter und geringe Qualifikation machen deutlich, wie anspruchsvoll die Reintegration der betroffenen Menschen ist“, konstatiert Platzer-Werlberger.

Österreichweit waren Ende April 398.342 Menschen beim AMS arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 1,5 Prozent beziehungsweise 5711 Menschen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die nationale Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent. Der Zuwachs betrifft laut AMS-Daten im April ausschließlich Frauen. (TT)