Tiroler Lehrlinge fordern im Parlament Kennzeichnung von KI-Inhalten
Acht Lehrlinge der Tiroler Fachberufsschule (TFBS) Lienz nahmen an einem Lehrlingsparlament im Hohen Haus in Wien teil. Dabei schlüpften die jungen OsttirolerInnen in die Rolle von Abgeordneten und diskutierten über den Berufsschulunterricht. Ihre Forderungen sind klar.
Lienz, Wien – Sechs Burschen und zwei Mädchen aus Tirol schnupperten Ende April in Wien in die echte Gesetzgebung hinein. Sie nahmen am Lehrlingsparlament teil, das den jungen Leuten eine Probebühne für politische Entscheidungen bietet. Allerdings ist der Gesetzesentwurf, der diskutiert wird, fiktiv. Er dient nur Übungszwecken. Diesmal ging es um die Weiterentwicklung des Unterrichts an Berufsschulen. Ein Thema, das die Lehrlinge direkt betrifft.
Diskutiert wurden die verpflichtende Verankerung von Medienkompetenz, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Deutsch und Kommunikation sowie Politischer Bildung und Religion. Die Lehrlinge arbeiteten intensiv in Ausschüssen, bildeten Fraktionen, verhandelten Mehrheiten und beschlossen schließlich im Plenum eine überarbeitete Gesetzesvorlage mit breiter Mehrheit.
Neben der Gesetzesinitiative verabschiedeten die Lehrlinge mehrere Entschließungen. Einstimmig forderten sie eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte und mehr Fortbildungsangebote für Lehrkräfte im Bereich Medienkompetenz und EDV.
Eine Lehre abgeschlossen, die nächste schon begonnen
Die Osttiroler Gruppe besteht aus sehr engagierten jungen Leuten. Carolina (17) und Vanessa (19) sind beide Tischlerin im 3. Lehrjahr. Laurin und Simon (beide 17) sind Metalltechniker im 1. Lehrjahr, Daniel (20) ist Tischler im 3. Lehrjahr. Drei junge Männer machen bereits ihre zweite Lehre: Elias (19) ist fertiger Tischler und angehender Metalltechniker. Afshin (24) hat ebenfalls die Tischlerlehre vollendet und ist nun Lehrling im Hochbau. Der 22-jährige Nico ist fertiger Elektrotechniker und lernt inzwischen Metalltechnik.
„Die Tiroler Fachberufsschule Lienz blickt stolz auf das Engagement ihrer Lehrlinge“, sagt Direktor Klaus Oberegger. „Direktorium und Lehrkörper der Tiroler Fachberufsschule Lienz sehen in der Teilnahme am Lehrlingsparlament eine wichtige Ergänzung zur fachlichen Ausbildung.“
Bereits zu Beginn ihres Aufenthalts wurden die Lehrlinge im Parlament von Bundesratspräsident Markus Stotter persönlich begrüßt. „Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft als Fachkräfte und verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft vorzubereiten. Die Teilnahme am Lehrlingsparlament zeigt eindrucksvoll, wie wichtig politische Bildung und Medienkompetenz in einer modernen Ausbildung sind“, so Stotter.