2,4 Mio. Euro für PSZ

Mehr als 10.000 Gespräche in einem Jahr: Bedarf an seelischer Unterstützung in Tirol steigt

Alexandra Steiner-Mangweth, Eva Pawlata und Michael Wolf (v.l.) blickten auf das Jahr 2025 in den PSZ zurück.
© PAPA Productions/Georgios Papaconstantis

Ob bei schweren Verlusten, finanziellen Sorgen oder Job-Problemen: Die Psychosozialen Zentren (PSZ) sind für viele in Tirol eine sichere Anlaufstelle. Seit vier Jahren bieten sie niedrigschwellige, kostenlose Beratung bei seelischen Belastungen und entlasten damit die Hilfelandschaft im Land.

Innsbruck – Depressionen oder Konflikte in der Familie, ein schwerer Verlust, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder finanzielle Sorgen, Gewalterfahrungen oder Einsamkeit: „Seit vier Jahren sind wir immer wieder überrascht, wie vielfältig die Dinge sind, die die Menschen, die zu uns kommen, belasten“, sagt Alexandra Steiner-Mangweth, Leiterin des Psychosozialen Zentrums (PSZ) in Innsbruck. „Wichtig ist: Es gibt kein Problem, das zu klein oder zu groß ist, um bei uns Hilfe zu finden.“

Und der Bedarf ist hoch: 10.128 Beratungsgespräche haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr geführt. „Das sind 800 Beratungen pro Monat. Davon sind rund 280 Klientinnen und Klienten das erste Mal bei uns“, sagt Geschäftsführer Michael Wolf.

Unsere Mitarbeitenden sind Expertinnen und Experten im Zuhören. Sie gehen auf die Belastungen individuell ein.
Michael Wolf (Geschäftsführer PSZ Tirol)

Seit ihrer Gründung 2022 haben sich die PSZ als Erstanlaufstelle für Menschen, die sich in einer belastenden Situation befinden, etabliert. „Unsere Mitarbeitenden sind Expertinnen und Experten im Zuhören. Sie gehen auf die Belastungen individuell ein. Manchmal reichen die bis zu fünf kostenlosen Beratungstermine schon aus“, erklärt Michael Wolf.

Wenn die Belastung größer ist, eine Therapie oder eine psychiatrische Behandlung nötig ist, dann vermitteln die Beraterinnen und Berater ihre Klientinnen und Klienten weiter. „Wir sind in Tirol sehr gut vernetzt“, ergänzt Alexandra Steiner-Mangweth. Wobei es zum Start der PSZ auch eine Herausforderung gewesen sei, „erst einmal den Durchblick in dem sehr breiten Angebot in Tirol zu bekommen“.

Acht Standorte vom Außerfern bis nach Osttirol

PSZ-Standorte gibt es mittlerweile vom Außerfern bis nach Osttirol. „Unser Ziel war es, dass wir vom Wohnort aus in einer halben Stunde zu erreichen sind“, sagt der Geschäftsführer. Insgesamt 38 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den acht Standorten tätig. Derzeit ist die Nachfrage sehr hoch, die Wartezeiten auf einen ersten Gesprächstermin liegen bei mehr als einer Woche. „Aber wir sind trotzdem froh, dass wir es so gut hinbekommen. Das verdanken wir auch dem Land.“

Finanziert werden die PSZ nämlich größtenteils vom Land. 2,4 Millionen Euro beträgt die jährliche Förderung. „Die Psychosozialen Zentren Tirol sind als Erstanlaufstellen ein unverzichtbarer Stützpfeiler der psychosozialen Hilfelandschaft. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es die Gewissheit, dass Hilfe zur Verfügung steht“, erklärt Soziallandesrätin Eva Pawlata. Und auch deshalb werde es keine Kürzung der Mittel geben.

Kontakt zum PSZ

Die Beratung an den acht Standorten ist kostelos für alle ab 18 Jahren.

Terminvereinbarung ist telefonisch unter 050500 von Montag bis Freitag, 9 bis 14 Uhr, möglich.

Alle Informationen unter www.psz.tirol

Vom Bund gibt es seit diesem Jahr keine Krisenfinanzierung mehr. Mit den Sozialversicherungsträgern laufen die Verhandlungen über die Zuschüsse von rund 480.000 Euro in diesem Jahr noch. „Wir sind zuversichtlich, dass es zu einer positiven Entscheidung kommt“, sagt Wolf.

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