Zu Land, zu Wasser, immer mit Leidenschaft
Koch Wolfgang Moese war in der ganzen Welt unterwegs und ist hinter dem Herd zu Hause.
In einem der ältesten Gebäude in Söll, in dem das älteste Geschäft von Söll untergebracht war, wird heute gekocht. Anita Schernthanner, deren Eltern das Geschäft im Ort führten, ist in der Krummerei für den Service und den Wein zuständig. Ihr Mann Wolfgang Moese steht hinter dem Herd. Die Krummerei ist ein Restaurant mit viel Liebe zum Detail – von den modernen Gerichten über die selbstgebackenen Kuchen bis hin zu ausgewählten Weinen.
Auch ein Shop mit kulinarischen Spezialitäten, hausgemachten Pralinen und Weinen gehört dazu. Bevor Wolfgang Moese 2018 gemeinsam mit seiner Frau die Krummerei in Söll eröffnete, war der gelernte Koch in der ganzen Welt unterwegs – zu Lande und zur See.
1985 begann er im Hotel Weisser Hase in Passau die Ausbildung zum Koch, die er 1988 mit Erfolg abschloss. „In dem Betrieb gab es einen Küchenchef, einen Souschef und 15 Lehrlinge. Wir mussten also alle von Beginn an richtig anpacken – und haben entsprechend schnell und viel gelernt“, blickt Moese zurück.
Der Koch sticht in See
Nach Abschluss seiner Lehre zog es ihn in andere deutsche Städte, unter anderem machte er in der Küche einer internationalen Hotelkette in Frankfurt Station. In Bremen ging er schließlich an Bord der MS Europa. Sieben Jahre lang kochte er auf dem Kreuzfahrtschiff und sah die ganze Welt. „Viel Erfahrung, auch im Ausland, zu sammeln, war ein Grund, warum ich mich für eine Kochlehre entschied“, erzählt er. Seine Hauptmotivation für den Beruf aber war seine Leidenschaft für Lebensmittel: „Es hat mich schon immer fasziniert, was man in der Küche aus Produkten machen kann.“
Sesshaft und selbstständig
Seine Zeit als Koch auf hoher See wurde durch ein Jahr Grundwehrdienst unterbrochen, das er auch nutzte, um die Prüfung zum Lehrlingsausbildner zu machen. Nach sieben Jahren am Schiff war sein Plan, in München sesshaft zu werden. Er machte sich als Mietkoch selbstständig, betrieb einen kleinen Partyservice, kochte für große Veranstaltungen und kleinere Gesellschaften, bestückte meterlange Buffets und kochte à la carte. 14 Jahre lang war Wolfgang Moese selbstständig, als er und seine Frau Anita Schernthanner sich entschlossen, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Das kleine Lokal bietet jeweils 25 Plätze auf zwei Ebenen und kann auch für Veranstaltungen gebucht werden.
Mit Liebe zum Detail
Die Leidenschaft für das Kochen, das Kreieren und die Arbeit mit den unterschiedlichsten Lebensmitteln und Produkten hat sich Wolfgang Moese stets bewahrt. Nach wie vor steht er, neben allen anderen Aufgaben, die der Betrieb eines eigenen Lokals mit sich bringt, am liebsten in der Küche. „Dort kann ich mich kreativ ausleben, Neues ausprobieren und mit viel Liebe zum Detail Gerichte zusammenstellen.“ Für die Lehre an sich und vor allem für die Lehrberufe in der Gastronomie würde er sich mehr Anerkennung und ein besseres Ansehen wünschen.
Für sich selbst ist er überzeugt, dass er damals den richtigen Weg gewählt hat: „Ich war früh selbstständig, hatte mein eigenes Geld, konnte mich stets weiterentwickeln und habe die Welt gesehen. Was kann einem jungen Menschen Besseres passieren?“
Meistgelesene Artikel
Fünf Personen verletzt
Karambolage nach Überholmanöver: Auto krachte in Innsbruck in Gastgarten
Emotionaler Abschied
Tiroler ÖSV-Läuferin verkündet ihren Rücktritt: „Für diesen Traum habe ich alles gegeben“
Schnell gehandelt
Wie eine 15-jährige Schülerin einer Frau beim Spazieren in Wörgl das Leben rettete
Frau brach durch Geländer
Bürgermeister nach Wanderunfall in Volders: „Die Verantwortung liegt zu 100 Prozent bei uns“
Probe vor Publikum
Freddy Quinn weist den Weg: Ein Abend mit Tobias Moretti und der Schlagertherapie