Das war der ESC 2026

Mit „Bangaranga“ zum ESC-Sieg: Die Bulgarin Dara überrascht in Wien die Musikwelt

Es war ein Sieg, mit dem kurz vor dem Finale noch die Wenigsten gerechnet hätten: Dara aus Bulgarien hat den 70. Eurovision Song Contest in Wien für sich entschieden.
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Mit diesem Sieg hatten wohl nur wenige gerechnet: Im Finale des 70. Eurovision Song Contest setzte sich Bulgariens Dara mit ihrer Tanznummer „Bangaranga“ gegen die hoch gehandelten Favoriten aus Finnland und Australien durch. Auf dem zweiten Platz landete Israel. Für Cosmó blieb der vorletzte Platz.

Wien – Der 70. Eurovision Song Contest in Wien endete mit einer Überraschung: Dara holte mit „Bangaranga“ den ersten Sieg für Bulgarien. Die Sängerin bekam nicht nur von den Jurys der Teilnehmerländer die meisten Punkte, auch beim Publikumsvoting erhielt sie die meisten Stimmen. Und sie ließ alle Favoriten hinter sich. Der seit Wochen bei den Buchmachern hoch gehandelte Beitrag aus Finnland landete am Ende nur auf dem sechsten Platz. Auch Australien verfehlte den Sieg mit Platz vier deutlich.

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Zweiter wurde Israels Vertreter Noam Bettan mit „Michelle“. Als er bei der Bekanntgabe der Zuschauerstimmen die Führung übernahm, wurde es unruhig in der Wiener Stadthalle. Aus dem Publikum waren Buh-Rufe deutlich zu hören. Die Spannung stieg, bis am Ende nur noch Bulgarien auf die Wertung der ZuschauerInnen wartete. Das Ergebnis war dann doch deutlich: Mit insgesamt 516 Punkten setzte sich Dara vor Noam Bettan, der 343 Punkte erhielt, deutlich durch.

Den dritten Platz holte sich Rumäniens Rockröhre Alexandra Căpitănescu mit dem viel diskutierten Titel „Choke Me“. Auch damit hatten die Buchmacher und die meisten ESC-Fans wohl nicht gerechnet.

Bulgarien hat zum ersten Mal 2005 am ESC teilgenommen, zuletzt war das Land 2022 vertreten. Nach den drei Jahren Pause feiert Bulgarien nun seinen ersten Sieg und richtet im kommenden Jahr den Wettbewerb aus.

Dara hat mit „Bangaranga“ eine fulminante Aufholjagd hingelegt. Vor dem zweiten Halbfinale am Donnerstag hatten den Song wohl die wenigsten auf der Rechnung. Doch in den Tagen vor dem Finale mauserte sich der Außenseiter zum Geheimtipp.

„Was gerade passiert? Bangaranga passiert“, sagte Dara in ihrem ersten Interview mit ORF-Kommentator Andi Knoll kurz nach dem Sieg. Ihr Ehemann – sie feiern am Sonntag ihren ersten Hochzeitstag – habe am Freitag noch eine Wette auf sie abgeschlossen. Sie werde den ESC gewinnen, habe er gesagt. „Und dann gewinne ich die Wette und kauf‘ dir eine Pizza“, erzählte sie weiter.

Die ESC-Trophäe bedeute ihr viel. Sie stehe für die zehn Jahre, die sie schon als Musikerin in ihrer Heimat erfolgreich sei. Sie gehöre aber auch ihren Fans und ihrem Team. „Danke, dass ihr mich immer inspiriert.“

Österreichs Kandidat Cosmó kam noch mit einem blauen Auge davon. Im Vorfeld wurde er lange als Kandidat für den letzten Platz gehandelt. Der blieb letztlich Großbritannien. Für die Nummer „Eins, Zwei, Drei“ gab es nur einen einzigen Jury-Punkt. Für Cosmó wurden es sechs Punkte und der vorletzte Platz. Damit ist er beim Heim-ESC in bester Gesellschaft: Auch die Makemakes wurden 2015 in Wien Vorletzte.

Für Cosmó selbst ist „ein Traum in Erfüllung gegangen“. Die Tage beim ESC seien die schönsten seines Lebens gewesen. Und auch mit seinem Auftritt war der 19-Jährige direkt nach dem Finale zufrieden. „Wir konnten unser Bestes geben.“

Das ESC-Finale 2026 in Bildern

Die Fans in der Wiener Stadthalle.

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Vorjahressieger JJ sang „Wasted Love“ beim Opening.

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Cosmó bei der Parade der TeilnehmerInnen.

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Das Moderationsduo Victoria Swarovski und Michael Ostrowski.

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Søren Torpegaard Lund (Dänemark).

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Sarah Engels (Deutschland).

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Noam Bettan (Israel).

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Essyla (Belgien).

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Alis (Albanien).

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 Akylas (Griechenland).

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Leléka (Ukraine).

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Delta Goodrem (Australien).

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Lavina (Serbien).

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Aidan (Malta).

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Daniel Žižka (Tschechien).

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Dara (Bulgarien).

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Lelek (Kroatien).

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Look Mum No Computer (Vereinigtes Königreich).

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Monroe (Frankreich).

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Satoshi (Moldau).

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Linda Lampenius & Pete Parkkonen (Finnland).

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Alicja (Polen).

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Lion Ceccah (Litauen).

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Feicia (Schweden).

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Antigoni (Zypern).

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Sal da Vinci (Italien).

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Jonas Lovv (Norwegen).

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Alexandra Căpitănescu (Rumänien).

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Cosmó (Österreich).

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Der Himmel über Wien zeigte sich auch am Finaltag des Eurovision Song Contests nicht gerade in Feierlaune. Über den Rathausplatz zog immer wieder Nieselregen, dazu kam ein spürbarer Wind – die ESC-Fans ließen das allerdings weitgehend kalt. Im „Eurovision Village“ hatte sich schon lange vor Beginn der großen Finalshow eine stattliche Menge eingefunden. 13.000 Zuschauer sollen es gewesen sein, teilte der ORF mit.

Die Fans zeigten sich wetterfest – und feierten bereits am Nachmittag ausgelassen. Schon Stunden vor dem musikalischen Auftakt in der Wiener Stadthalle warteten sie mit Fahnen, ESC-Merchandising-Artikeln und selbst gebastelten Outfits auf den Abend. Man lasse sich die gute Laune nicht verderben, lautete der Tenor.

Kaum Zwischenfälle bei den Protesten gegen Israels Teilnahme

Während am Rathausplatz gefeiert wurde, demonstrierten wenige Kilometer entfernt mehrere Tausend Menschen gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest. Unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ zog der Demonstrationszug vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof über die Schmelzbrücke bis hinter die Stadthalle. Aus Kreisen der Einsatzkräfte war trotz schlechten Wetters von etwa 2600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Rede. Offizielle Zahlen lagen vorerst nicht vor.

Abgesehen von kurz gezündeter Pyrotechnik bei der Schlusskundgebung und zwei Demonstranten, die vorübergehend auf ein Gerüst kletterten, blieb die Kundgebung ohne größere Zwischenfälle. Festnahmen gab es keine.

Wie schon beim „Song Protest“ am Freitag wurde das Demo-Bild vor allem von Palästina-Fahnen geprägt. Mit Salah Abdel Shafi war auch der palästinensische Botschafter in Österreich vertreten. Dieser sprach von einer „Schande“. „Die Teilnahme Israels ist ein Versuch, Völkermord zu normalisieren.“ Kunst sei auch niemals unpolitisch. „Wir sind vereint in der Liebe, wir sind vereint im Frieden, aber wir sind nicht vereint im Genozid“, sagte der Botschafter.

Am Abend kam es dann unweit der Stadthalle zu einem Zwischenfall: Hier wurden von der Polizei mehrere vermummte Teilnehmer einer unangemeldeten Versammlung vorübergehend festgesetzt.

Mehr als 2000 Menschen demonstrierten am Samstag vor dem ESC-Finale gegen die Teilnahme Israels am Musikwettbewerb.
© ROLAND SCHLAGER

Parallel dazu gab es auch eine Kundgebung gegen antisemitische Boykottaufrufe. Das Bündnis gegen Antisemitismus sowie „Artists Against Antisemitism Wien“ warnten an einem Infostand vor dem „grassierenden antizionistischen Boykott-Wahnsinn“. Es wurde dazu aufgerufen, Vorfälle konsequent zu melden: „Wegsehen ist keine Option mehr“, erklärten die Veranstalter mit Verweis auf antisemitische Vorfälle und Gewaltandrohungen.

Im israelischen Fan-Café, der Kantine im Museumsquartier, ging die ESC-Woche ohne Zwischenfälle zu Ende. Wiens Stadtmarketing hat die Initiative gestartet, Wiener Kaffeehäuser zu Treffpunkten für alle Teilnehmernationen zu machen. Für Israel fand sich zunächst keines – wohl aus Angst vor Protesten. Die Kantine sprang ein – und war in den vergangenen Tagen der wohl bestbewachte Gastronomiebetrieb Österreichs.

© MAX SLOVENCIK

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Wenige Gehminuten weiter, im „Eurovision Village“, stand der Finaltag unter dem Motto „Heroes“ – eine Anspielung auf den Siegertitel von Måns Zelmerlöw beim letzten Wiener ESC vor mittlerweile elf Jahren. Am Abend trat Österreichs ESC-Starterin des Jahres 2016, Zoë, auf dem Rathausplatz auf, von dessen Hauptbühne aus später auch die österreichischen Jurypunkte von Ö3-Moderator Philipp Hansa verkündet wurden.

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