Serie Tiroler Sportlerinnen

Zwei Tirolerinnen im Floorball-Fieber: Mit ihrer Leidenschaft stecken sie andere an

Sie gehören zu den Pionierinnen ihres Sports in Tirol und haben nationale Meistertitel und internationale Erfahrung gesammelt: Miriam Kistenich (19) und Silvia Hoffmann (20) vom UHC Alligator Rum spielen Floorball und zeigen auf, wie viel Herz sie in ihre Leidenschaft stecken. SchülerInnen der MS Kettenbrücke rücken die beiden Sportlerinnen in den Fokus.

Interview geführt von Silvana Lobenwein, Text verfasst von Caroline Astl, Mathea Fankhauser und Emma Schwamberger

Miriam Kistenich (19, links) und Silvia Hoffmann (20, rechts) spielen und trainieren beim UHC Alligator Rum.
© UHC Alligator Rum

Rum – Silvia Hoffmann und Miriam Kistenich leben für Floorball, sie spielen für den „UHC Alligator Rum“ und trainieren noch dazu die U14-Mannschaft des Vereins. Floorball ist eine aus Schweden stammende Hockey-Sportart, die sich aus Eishockey entwickelt hat. Gespielt wird in der Halle mit einem leichten Kunststoffball. Bekannt ist die Sportart auch unter den Bezeichnungen „Salibandy“, „Innebandy“ oder „Unihockey“.

Neben dem Studium bzw. der Schule trainieren die beiden Tirolerinnen zweimal pro Woche das Juniorenteam in der Halle, manche aus der Mannschaft gehen zusätzlich ins Fitnessstudio. Das Erwachsenen-Team trainiert sogar dreimal.

Miriam Kistenich in Aktion: Voller Fokus auf dem Ball.
© Kistenich

„Grundsätzlich ist es unser Ziel, immer besser zu werden und die österreichische Floorball-Liga zu gewinnen“, meint Hoffmann. „Es ist aber auch wichtig, die persönlichen Ziele umzusetzen“, fügt Kistenich hinzu. „Dazu gehört, als Trainerinnen die Sportart weitergeben zu können an die Kinder und an den Nachwuchs, am besten mit einer Mischung aus Spaß und Ehrgeiz.“

SchülerInnen machen Frauen im Sport zusammen mit der TT sichtbarer

Mit ihren Projekt „playfair_playequal“ zeigen die 27 SchülerInnen der 4c-Klasse der Mittelschule Kettenbrücke die Ungleichheiten in der Sportberichterstattung auf und liefern dafür auch selbst recherchierte und verfasste Berichte für die Tiroler Tageszeitung. In den kommenden Wochen, bis zum Schulende im Juli, werden ihre Porträts aus verschiedenen Sportarten nun veröffentlicht. Mehr über ihr Projekt auf Instagram

Die Kooperation entstand im Rahmen des Tages des Lokaljournalismus, der am 5. Mai von zahlreichen Verlagen im deutschsprachigen Raum auf die Bedeutung der Berichterstattung vor Ort hingewiesen hat. Lokales ist nah, relevant und unverzichtbar und wir wollen Geschichten erzählen mit vielen Menschen vor Ort, die unsere Städte und Gemeinden lebendig machen.

Als Spielerinnen verdienen die beiden fast nichts, ihre Haupteinnahmequelle ist ihr Social-Media-Account und ihre Trainertätigkeit. Mit 14 wurden beide Trainerinnen und führen diese Rolle bereits seit fünf bis sechs Jahren aus. Auch wenn es ehrenamtlich ist, machen sie es sehr gerne, weil ihre eigenen Trainerinnen früher auch sehr viel Energie und Fleiß in diese Arbeit gesteckt haben.

Obwohl sie tirolweit zu den ersten Mädchen dieser Sportart gehörten, haben sie schon viel erreicht. Sie sind bereits zur Weltmeisterschaft 2022 nach Polen gefahren und waren Teil des österreichischen Nationalteams. Vor kurzem waren sie auch mit dem U19-Team in Berlin für die WM-Qualifikation. Außerdem holten sie den Staatsmeistertitel und haben viele Tiroler Meistertitel gesammelt.

Silvia Hoffmann im Vorwärtsgang: Mit Tempo Richtung gegnerisches Tor.
© Hoffmann

Die Entwicklung in der Gleichstellung von Frauen- und Männersport im Allgemeinen betrachten Silvia und Miriam als positiv: „Wenn man zurückblickt, wie es vor zehn Jahren war, dann hat sich schon viel getan“, meint Hoffmann.

Gleichstellung in Rum Realität

Jedoch finden sie es unfair, dass Männer im Sport immer noch bekannter sind, mehr Chancen haben und mehr Sponsoren erhalten. Ihnen ist es wichtig, dass Frauen in der Zukunft mehr Anerkennung für dieselbe Leistung bekommen.

In Bezug auf Sponsoren gibt es laut Silvia und Miriam beim Rumer Floorballverein wenig Unterschiede, da dieselben Sponsoren sowohl in die Männer- als auch in die Damenmannschaft investieren. In Wien werden jedoch die Männer mehr gefördert.

Die beiden trainieren in ihrer Sportart mit Männern, wodurch sie die gleichen Chancen und Sponsoren bekommen. Aus diesem Grund sind sie von diesem Problem weniger betroffen. Und noch etwas streichen sie positiv hervor: „Unser Traum von einem Damentraining wird bald umgesetzt.“

Mehr zum Thema:

undefined

Serie Tiroler Sportlerinnen

Zwischen Spagat und Hausaufgaben: Wie eine 13-Jährige die Turnwelt erobern will

undefined

Projekt im Schulunterricht

Wer ist Sarah Puntigam? SchülerInnen machen Frauen im Sport sichtbarer

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Hannah Purner

Hannah Purner

+4350403 2158

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Alexandra Plank

Alexandra Plank

+4350403 2143