Keine Annäherung

„Die Uhr tickt“: US-Präsident Trump droht dem Iran mit Vernichtung

Das US-Kriegsschiff USS Rafael Peralta hindert einen iranischen Öltanker an der Weiterfahrt. Die USA verhängten Mitte April eine Seeblockade gegen den Iran. Auf der anderen Seite blockiert der Iran die Straße von Hormuz.
© AFP/US Navy

Die Zeichen im Iran-Krieg stehen erneut auf Sturm: Die Verhandlungen stocken. Die USA und Israel planen neue Angriffe.

US-Präsident Donald Trump droht mit einer Wiederaufnahme des Krieges gegen den Iran. „Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. „DIE ZEIT DRÄNGT!“ Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe auf Ziele im Iran ein. Auf der anderen Seite drohte ein iranischer Militärsprecher, jede neue „Torheit“ der USA mit „noch vernichtenderen und schwereren Schlägen“ zu beantworten.

Neue Schläge geplant

Unterdessen hat Pakistan den USA einen überarbeiteten Vorschlag des Iran zur Beendigung des Krieges übermittelt. Iranische Medien hatten zuvor von „überzogenen Bedingungen“ der USA berichtet. Laut der Nachrichtenagentur Fars legte die US-Regierung einen Fünf-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vor, wonach der Iran nur noch eine Atomanlage betreiben dürfte und seinen Bestand an hochangereichertem Uran den USA aushändigen müsste. Außerdem wolle Washington nicht einmal 25 Prozent der eingefrorenen iranischen Guthaben freigeben und keine Reparationszahlungen für Kriegsschäden leisten.

Laut dem US-Nachrichtenportal Axios erklärte Trump, dass der Iran „viel härter“ als zuvor getroffen werde, sollte die Führung des Landes keinen besseren Vorschlag vorlegen. „Wir wollen ein Abkommen schließen. Sie sind noch nicht da, wo wir sie haben wollen. Sie müssen dorthin gelangen, sonst werden sie hart getroffen, und das wollen sie nicht“, betonte der US-Präsident. Trump soll am Dienstag mit seinem nationalen Sicherheitsteam im „Situation Room“ zusammenkommen, um Optionen für militärische Maßnahmen zu erörtern. Der mangelnde Fortschritt bei den diplomatischen Bemühungen sorgt in Washington zunehmend für Frust. Die New York Times berichtete bereits am Freitag, dass das Pentagon sich auf einen möglichen Neubeginn des Krieges vorbereite. Hintergrund sei, dass die Ziele – insbesondere mit Blick auf das Atomprogramm – bislang nicht erreicht wurden.

Angriff nahe Atomkraftwerk

Israels Premier Benjamin Netanjahu erörterte laut „Times of Israel“ am Sonntagabend mit Trump die Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Krieges mit Teheran. Netanjahu hatte zuvor gesagt: „Unsere Augen sind weit geöffnet.“ Unterdessen meldete Saudi-Arabien am Montag erneut Drohnenangriffe. Am Sonntag traf eine iranische Drohne einen Stromgenerator außerhalb des Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka westlich von Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Am Montag meldete Teheran, eine eigene Behörde zur Kontrolle der Schifffahrt in der Straße von Hormuz gegründet zu haben. (TT, dpa)