Sepp Straka nur nach außen hin gelassen: „Ich bin immer sehr nervös“
Sepp Straka ist der große Star der nächstwöchigen Alpine Austrian Open in Kitzbühel. Im Videotalk blickte der 33-Jährige schon einmal voraus.
Es ist sechs Uhr morgens und es ist ruhig im Hause Straka in der US-Kleinstadt Vestavia Hills in Alabama. Und das hat seinen guten Grund: Die beiden Söhne Leo (2,5 Jahre) und Thomas (neun Monate) schlafen noch. „In eineinhalb Stunden geht‘s hier los, dann gibt es keinen ruhigen Moment mehr für den Rest des Tages.“
Sepp Straka wirkt ausgeschlafen. Und macht keinen Hehl aus seiner Vorfreude, erstmals nach acht Jahren wieder ein Turnier in seiner zweiten Heimat Österreich zu spielen. „Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Alpine Austrian Open.“ Am Sonntagnachmittag hebt der Flieger Richtung München ab, gegen Montagmittag sollte er dann auf der 18-Loch-Anlage des GC Kitzbühel-Schwarzsee-Reith aufkreuzen.
Einer, der sich Woche für Woche mit den weltbesten Golfern auf der PGA-Tour misst und dort nebst vier Turniersiegen bereits über 27 Millionen US-Dollar eingespielt hat, wird bei seinem Heimspiel der große Star sein. „Es wird etwas Neues für mich sein, derart im Mittelpunkt zu stehen. Als ich vor acht Jahren das letzte Mal in Atzenbrugg gespielt habe, hat mich, glaube ich, kaum einer gekannt.“
Dass damit auch Druck und Erwartungshaltung steigen, will der 33-Jährige gar nicht kleinreden. „Natürlich spüre ich Druck, aber als Golf-Profi spürst du fast immer Druck.“ Derzeit würden seine Gedanken aber vermehrt an der Ausmerzung so manches technischen Fehlers kreisen, der sich durch die vielen Turniere eingeschlichen hätte. „Mit dem Driver war ich zuletzt nicht gerade genug und das Putten ist eigentlich schon das ganze Jahr über zu inkonstant.“ Kleinigkeiten, die Straka gemeinsam mit seinen Trainern Tim Yelverton (Kurzspiel) und John Tillery (Rest des Spiels) große Aufmerksamkeit schenkt. „Ich möchte mich ganz einfach wieder auf mein Spiel verlassen können.“
Dass der als 14-Jähriger mit seinen Eltern in die USA ausgewanderte Wiener in Kitzbühel auf gleich zwölf Österreicher trifft, freut ihn besonders. Als Letzter sicherte sich der Zillertaler Alexander Kopp beim Wildcard-Turnier in Kitzbühel-Schwarzsee-Reith eine Startberechtigung. Insofern bemerkenswert, weil Kopp seine Profi-Ambitionen bereits 2022 ruhend gestellt hatte.
Der zweite Tiroler im Starterfeld ist Maximilian Steinlechner, der im Vorjahr als 22. bestklassierter Österreicher war. „Ich verfolge seine Karriere genau und Maxi ist ein wahnsinniges Talent“, streut Straka dem 26-jährigen Igler Rosen. In einem TT-Interview hatte Steinlechner im Vorjahr explizit die Gelassenheit von Straka als bemerkenswerte Tugend genannt. „Ich und gelassen? Das sieht von außen wohl ganz anders aus. In Wahrheit bin ich immer sehr nervös.“
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