Tiroler Pig bleibt Favorit

Lisa Totzauer bewirbt sich erneut um ORF-Generaldirektion

Lisa Totzauer bewarb sich bereits 2021 für die ORF-Generaldirektion.
© HERBERT PFARRHOFER

Die derzeitige Magazin-Chefin des Öffentlich-Rechtlichen trat 2021 gegen Alexander Wrabetz und Roland Weißmann an. Sie arbeitet seit drei Jahrzehnten für den ORF.

Wien – Es gibt eine erste offizielle Bewerberin für den ORF-Chefsessel: Lisa Totzauer. Auf Anfrage bestätigte die gegenwärtige ORF-TV-Magazinchefin, dass sie sich nach 2021 erneut bewirbt.

Vor fünf Jahren kam sie auf fünf von 35 Stimmen und wurde als bürgerliche Alternative zum damaligen ORF-Chef Alexander Wrabetz gehandelt. Totzauer ist seit fast 30 Jahren im öffentlich-rechtlichen Medienhaus tätig.

Am Mittwochvormittag lädt Totzauer zu einem Pressegespräch, um Auskunft über ihre Bewerbung zu geben. Bereits davor informierte sie die ORF-Belegschaft über ihre Bewerbung. „Wir können dieses Haus reformieren. Wir sind nicht machtlos“, schrieb sie laut Standard am Dienstag an ihre Mitarbeiter.

Die regierungsnahen Stiftungsräte dürften Clemens Pig wählen

Die Wahl erfolgt am 11. Juni. Als klarer Favorit gilt APA-CEO Clemens Pig, der zwar noch keine Bewerbung abgegeben hat, laut Beobachtern aber auf die Unterstützung der Regierung zählen dürfte. Eine Mehrheit der 35 formell weisungsfreien ORF-Stiftungsräte, die den oder die Generaldirektorin bestellen, steht der ÖVP bzw. der SPÖ nahe.

Lisa Totzauer hat schon in mehreren Positionen im mit Abstand größten Medienhaus des Landes gearbeitet – u.a. als Channelmanagerin von ORF 1, wobei sie einst angesichts der Sogwirkung vieler Streamingplattformen auf vor allem junge Zielgruppen keinen leichten Job übernommen hatte. Ihr damaliges Ziel war, US-Serien zusehends aus dem Programm zu drängen und durch Eigenproduktionen zu ersetzen.

„Walking on Sunshine“ und „Starmania 21“

Sie war für Hauptabend-Erfolge wie „Starmania 21“ verantwortlich, fiel durch Experimente wie der Comedy-Serie „Wischen ist Macht“ oder das im Hauptabendprogramm platzierte „Walking on Sunshine“ auf. Formate wie „Fakt oder Fake“ und die Reportagereihe „Das Leben ist schön“ waren weitere Versuche, „einen humorvollen und authentischen Blick in Österreichs Lebenswelten“ zu werfen.

Zuvor war die studierte Literaturwissenschaft im Aktuellen Dienst des Landesstudio Niederösterreich, in der „Zeit im Bild“-Redaktion und später als „ZiB“-Sendungsverantwortliche tätig.

Schon 2010 galt sie als aussichtsreiche Bewerberin für die Leitung der TV-Magazine – was sie aber letztlich erst zwölf Jahre später werden sollte. Dabei wurde sie von Roland Weißmann zur Hauptabteilungsleiterin „Magazine und Servicesendungen“ bestellt. Ihm war sie bei der Wahl 2021 unterlegen. (APA, TT)

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