Brenner-Korridor als Sperrzone

Totalsperre am Samstag: Was Reisende und Anrainer zur Brenner-Demo wissen müssen

Fahrzeuge auf der Brennerautobahn? Nicht am Samstag – zumindest für acht Stunden.
© Rita Falk

Am Samstag kommt es auf der Brenner-Route zu massiven Verkehrseinschränkungen. Grund ist die Demo auf der Brennerautobahn. Was Reisende und Anrainer über die Details der Sperren, die Kontrollen und den Notfallplan der Behörden wissen müssen.

Was genau passiert am Samstag?

Am 30. Mai findet eine Demonstration auf der Brennerautobahn (A13) statt. Die A13 ist dabei von 11 bis 19 Uhr zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner gesperrt. Zudem gilt während der Demo eine Vollsperrung des gesamten Brennerkorridors für den Durchzugsverkehr. Mehr als 30.000 Fahrzeuge werden voraussichtlich von dieser Maßnahme betroffen sein.

Warum kommt es zur Sperre?

Grund ist eine von einer Privatperson – dem Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger – angemeldete Versammlung. Die Demonstration richtet sich gegen die extreme Verkehrsbelastung und deren Folgen für die Anwohner im Wipptal. Nachdem die Versammlung zweimal von der Bezirkshauptmannschaft untersagt wurde, hat das Tiroler Landesverwaltungsgericht einer Beschwerde stattgegeben und die Demonstration im Sinne der Versammlungsfreiheit genehmigt. Eine kurzfristige Absage ist daher ausgeschlossen.

Welche Straßen sind von den Sperren betroffen und wann?

Die Sperren betreffen mehrere wichtige Verkehrsachsen. Die Brennerautobahn (A13) wird, wie erwähnt, zwischen 11 und 19 Uhr ab der Mautstelle Schönberg komplett gesperrt.

Im selben Zeitraum werden auch die Brennerstraße (B182) und die Ellbögener Straße (L38) für den gesamten Durchzugsverkehr gesperrt. Auch die Stubaitalstraße (B183) ist an diesem Tag nur für den Ziel- und Quellverkehr nutzbar. Dadurch soll verhindert werden, dass VerkehrsteilnehmerInnen versuchen, über diese Route die Mautstelle Schönberg zu umgehen.

Laut dem Land wird aber nicht nur in diesen acht Stunden, sondern den ganzen Tag und auch vor und nach dem 30. Mai mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und entsprechenden Verzögerungen auf den betreffenden Strecken zu rechnen sein.

Auf italienischer Seite wird der Verkehr auf der Nordspur der Brennerautobahn ab 10.30 Uhr bereits in Sterzing, bei der dortigen Mautstelle, gesperrt. Die Fahrzeuge werden dort dann bis 20 Uhr abgeleitet. Wird der Stau bei der Mautstation in Sterzing zu lang, so wird der Verkehr bereits in Vahrn von der Verkehrspolizei abgeleitet. Entsteht dann dort ein großer Stau, erfolgt die Ableitung entsprechend in Klausen und bei weiterem Rückstau dann sukzessive weiter in Richtung Süden.

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Wer ist von den Sperren betroffen?

Die Sperren betreffen den gesamten motorisierten Durchgangsverkehr. Sowohl Urlaubsreisende in Autos, Wohnwägen, Bussen als auch auf Motorrädern, die auf dem Weg in den Süden oder zurück sind, können während dieser Zeit nicht über den Brenner fahren.

Zudem gilt ab 9 Uhr ein Fahrverbot für Transit-Lkw über 7,5 Tonnen. Ein Ausweichen über das niederrangige Straßennetz ist nicht möglich.

Dürfen Radfahrer den Brenner passieren?

Ja, Radfahrer sind laut Polizei von der Sperre ausgenommen. Sie dürfen die Brennerstraße nutzen, um über den Pass von Österreich nach Italien zu gelangen oder umgekehrt. Allerdings gibt es aus Sicherheitsgründen zwischen 11 und 19 Uhr auf der Brennerstraße im Abschnitt zwischen der Stefansbrücke und der Auffahrt Schönberg im Stubaital ein Fahrverbot für Fahrräder. Als Ausweichrouten stehen insbesondere neben der Ellbögener Straße die Stubai-Radroute 19 zur Verfügung.

Kann man als Autofahrer die Sperren über Nebenstraßen umfahren?

Nein, ein lokales Ausweichen wird nicht möglich sein. Die Sperre der Bundes- und Landesstraßen soll genau das verhindern, um einen Stillstand auf diesen Routen zu vermeiden. Die Polizei wird die Einhaltung der Verbote streng kontrollieren.

Gibt es Ausnahmen für Anwohner oder Urlauber in der Region?

Ja, der sogenannte Ziel- und Quellverkehr ist von der Sperre der Landesstraßen (B182, L38, B183) ausgenommen.

Was heißt Ziel- bzw. Quellverkehr?

Ziel- oder Quellverkehr liegt vor, wenn das Fahrtziel oder der Ausgangspunkt nachweislich im Tiroler Wipptal, Gschnitztal, Navistal, Obernbergtal, Schmirntal oder Valsertal liegt – also etwa Wohnort, Arbeitsplatz, Beherbergungsbetrieb oder Lieferung. Heißt, wer dort ein Hotel gebucht hat, die Familie besuchen will, Kinder abholen möchte, zum Arzt muss oder eine Lieferung zustellen muss, darf die Landesstraßen nutzen. Diese Fahrten müssen bei einer Kontrolle aber glaubhaft nachgewiesen werden.

Wie wird kontrolliert, wer fahren darf?

Zahlreiche PolizistInnen werden im Wipp- und Stubaital im Einsatz sein. Nur wer glaubhaft nachweisen kann, dass er ein Ziel in einem der beiden Täler hat, darf passieren. Alle anderen werden zurückgeschickt. Ein Nachweis kann etwa durch Buchungsbestätigungen, Arbeitgeberbestätigungen, Terminbestätigungen oder Lieferpapiere stattfinden.

Gibt es Alternativrouten?

Nicht wirklich. Generell raten die Behörden allen Transitreisenden, Tirol an diesem Tag weiträumig zu umfahren. Mögliche, aber ebenfalls stark belastete Alternativen sind die Routen über die Schweiz (Gotthard- oder San-Bernardino-Pass) oder innerhalb Österreichs die Tauernautobahn (A10) und die Pyhrnautobahn (A9). In Tirol kommen die Reschenstraße oder die Felbertauernstraße in Frage. Aber auch hier ist mit Überlastungen und starkem Verkehrsaufkommen zu rechnen.

© ÖAMTC
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Ist der Zugverkehr auch betroffen?

Nein. Der Zugverkehr ist von den Sperren bzw. Verkehrseinschränkungen nicht betroffen. Mit dem Zug kann auch ganz regulär über den Brenner gefahren werden. Sollte es bei den Railjet- oder Eurocity-Zügen über den Brenner zu Ausfällen kommen, könne aufgrund der Straßensperre kein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden.

Die Fahrgäste können in diesem Fall im Rahmen der verfügbaren Plätze auf den Regionalverkehr ausweichen. Seitens der ÖBB wird empfohlen, vorab eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen.

Können Gäste am Samstag Tirol verlassen bzw. anreisen?

Ja. An- und Abreise ist ganz normal möglich. Allerdings ist mit Verkehrsverzögerungen zu rechnen. Es wird geraten, wenn möglich, eine An- oder Abreise an diesem Tag zu vermeiden.

Informationen vom Land Tirol

Mehr Informationen zur Brenner-Demo vom Land Tirol gibt es HIER.

Kann ich in das Stubaital an- und abreisen?

Ja. Reisende können die Autobahn (von Norden kommend) bis zur Ausfahrt Schönberg nutzen, um in das Stubaital zu gelangen. Umgekehrt kann vom Stubaital kommend die Autobahn in Richtung Innsbruck nutzen. Wichtig: Um in das Stubaital fahren zu können, muss der Zielort im Stubaital glaubhaft nachgewiesen werden.

Was passiert bei einem medizinischen Notfall im gesperrten Gebiet?

Die Versorgung ist laut Behörden sichergestellt. Einsatzfahrzeuge von Rettung und Polizei können die Brennerautobahn nutzen, um beispielsweise PatientInnen schnell in die Klinik zu bringen. Im direkten Bereich der Demonstration wird zudem ein eigener Korridor für Einsatzkräfte freigehalten. Das Rote Kreuz wird seine Präsenz vor Ort zudem deutlich verstärken.

Bekomme ich bereits bezahlte Mautgebühren zurückerstattet?

Nein. Die Asfinag hat mitgeteilt, dass bereits bezahlte Vignettengebühren nicht erstattet werden. Als Begründung wird angeführt, dass die Sperre nicht von der Asfinag veranlasst wurde. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine digital gekaufte 10-Tages-Vignette online auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. (TT.com)

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