Pilotprojekt gegen Stau: Dosierampel soll Verkehr am Pass Thurn entzerren
Wenn sich der Urlauberreiseverkehr durch Kitzbühel, Aurach und Jochberg zwängt, geht nichts mehr. Gemeinsam mit dem Land Tirol wurde nun eine Möglichkeit ausgearbeitet, den Verkehr am Laufen zu halten. Im Sommer startet die Testphase.
Kitzbühel, Jochberg, Aurach – Wenn der Urlauberverkehr rollt, wird es auf der Pass-Thurn-Straße eng. Im vergangenen Winter stauten sich die Autos von Jochberg teilweise bis ins Salzburger Land. Das war den Bürgermeistern von Kitzbühel, Jochberg und Aurach zu viel. Kitzbühels Stadtchef Klaus Winkler spricht von einer enormen Belastung für die Bevölkerung und die heimische Wirtschaft. Die drei Gemeinden haben sich nun Hilfe vom Land Tirol geholt.
Großer Feldversuch
Gemeinsam mit Verkehrsexperten, der Exekutive und den Gemeinden wurde ein Projekt ausgearbeitet, das im Sommer erstmals getestet werden soll. Geplant ist der Einsatz einer Dosierampel, die an drei Wochenenden den Verkehr regeln soll. Als Standort ist ein Bereich südlich der „Alten Wacht“ in Jochberg vorgesehen, wobei der Pass Thurn als Rückstauzone genutzt wird.
„Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagt Günter Resch, Bürgermeister von Jochberg. Auch sein Auracher Kollege Andreas Wurzenrainer zeigt sich überzeugt: „Ich bin sicher, dass diese Testmaßnahmen ein richtiger und notwendiger Schritt sind.“ Wichtig ist Resch festzuhalten, dass es sich um einen Feldtest handelt. Aus den drei Testwochenenden sollen Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden. Dabei wird nicht nur geprüft, ob die Ampel technisch funktioniert, sondern auch, welche Auswirkungen sie auf mögliche Ausweichrouten hat.
Termine sind geheim
Bereits im Vorfeld wurden Verkehrszählungen durchgeführt, die ein klares Bild ergeben haben. Viele der Staus hängen mit Großveranstaltungen zusammen, und insbesondere die Verkehrsknotenpunkte in Kitzbühel stoßen an Spitzentagen an ihre Belastungsgrenze. Das Stauaufkommen ist speziell in Richtung Norden erheblich und erstreckt sich an einzelnen Tagen über Jochberg hinaus, wie das Land Tirol mitteilt.
Die genauen Termine der Testwochenenden werden geheim gehalten, um verfälschte Daten zu vermeiden. „Es soll nicht zu einer Beeinflussung der Ergebnisse kommen“, erklärt Resch. Er zeigt sich zuversichtlich, dass man mit diesem Ansatz einer Lösung näherkommt. Die Kosten für den Versuch werden gedrittelt: Zwei Drittel übernimmt das Land Tirol, ein Drittel tragen die drei Gemeinden. Resch lobt die zielgerichteten Gespräche mit den Experten des Landes.
Erhebliche Verkehrsspitzen
Laut Verkehrszählungen wurden 2025 an der Messstelle in Jochberg durchschnittlich 10.264 Fahrzeuge pro Tag registriert, mit Spitzenwerten von bis zu 17.000 Fahrzeugen an Wochenenden. „Mir ist wichtig zu betonen, dass diese Maßnahmen immer auf einer entsprechenden rechtlichen und fachlichen Grundlage beruhen müssen und nicht auf bloßen Zuruf verordnet werden können. Deshalb schauen wir uns die Situation rund um den Pass Thurn nun mit Unterstützung von Expertinnen und Experten in einer ersten Pilotphase genau an“, erklärt Verkehrslandesrat René Zumtobel.
Lösung dringend gesucht
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