„Jede Arbeitskraft zählt“

Zu viele junge Frauen verlassen Osttirol: Jobmesse soll gegensteuern

Barbara Hassler von der Innos GmbH sagt: Osttirol braucht jede Arbeitskraft.
© Catharina Oblasser

In keinem Tiroler Bezirk ist die Bevölkerungsprognose zur Abwanderung von jungen Frauen so düster wie im Bezirk Lienz. Zugleich hat Osttirol den mit Abstand geringsten Ausländeranteil bei den Beschäftigten. Die Jobmesse am 12. und 13. Juni setzt auf Rückkehr, Zuzug und neue Rollenbilder.

Lienz – Mehr als 500 junge Osttirolerinnen werden laut AMS-Prognose bis 2040 ihren Heimatbezirk verlassen. Das entspricht einem Minus von 9,5 Prozent und ist tirolweit der höchste Wert. Abgesehen vom Bezirk Landeck (minus 9,4 Prozent) ist die Lage weit weniger prekär, die Prozentsätze liegen zwischen minus 5,5 Prozent (Reutte) und plus 4,3 Prozent (Innsbruck, Innsbruck-Land).

Zahlen wie diese bereiten in Osttirol große Sorgen. Auf dem Arbeitsmarkt fehlt jetzt schon Personal, und in den nächsten 15 Jahren wird die Zahl der Erwerbsfähigen weiter sinken: um insgesamt 9,2 Prozent, zeigt eine Statistik des AMS. Die Jobmesse Osttirol 2026 soll gegensteuern. Die Veranstaltung findet am 12. und 13. Juni im Kulturzentrum Nußdorf-Debant statt. Rund 30 Betriebe bewerben sich dort um ausgewanderte Osttiroler, junge Talente und Zuzügler.

© AMS Tirol

Auf großes Interesse hoffen die Innos GmbH, Arbeiter- und Wirtschaftskammer, das AMS Tirol, die Osttirol Investment GmbH (OIG) und viele Unternehmen, die sich auf der Jobmesse präsentieren. Um den ausgetrockneten Arbeitsmarkt zu beleben, müsse man an vielen Schrauben drehen. Eine davon sei das Aufbrechen tradierter Rollenbilder, meinen Barbara Hassler (Innos GmbH), Elisabeth Kreuzer (OIG) und die anderen Träger der Jobmesse.

Hassler: „In der Berufswelt ist das Gesundheits- und Sozialwesen zu 80 Prozent weiblich besetzt, andererseits ist die Produktion in Industriebetrieben zu 72,2 Prozent in männlicher Hand. Frauen sollen gezielt für Berufe in der Technik, in der Produktion und in MINT-Fächern angesprochen werden. Alle Aussteller sind für spezifische Angebote an Frauen sensibilisiert worden.“ Elisabeth Kreuzer (OIG) erklärt: „Die Aufgabe der Jobmesse ist, das vielfältige Angebot zu zeigen, das es in Osttirol gibt.“

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Nur 9,2 Prozent ohne österreichischen Pass

Auch bei der Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte besetzt der Bezirk Lienz eine Ausnahmeposition: Nur 9,2 Prozent der Beschäftigten haben keinen österreichischen Pass, davon kommen die meisten aus Deutschland und Südtirol. Im Vergleich: Tirolweit sind es mehr als 28 Prozent, die eine andere als die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.

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Catharina Oblasser

Catharina Oblasser

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