Architekturtage: Ein Festival der oft unbeachteten kleinen Kunstwerke
Bei der 13. Ausgabe der Architekturtage werden oft unbeachtete oder unzugängliche Infrastrukturbauten wie Brücken, Recyclinganlagen, Kraftwerke oder Stromkästen vor den Vorhang geholt.
Innsbruck – Einmal nicht Beispiele exquisiter Baukultur, sondern „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“ stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Architekturtage. Es sind Meisterleistungen von IngenieurInnen, die österreichweit in rund 300 Veranstaltungen von Donnerstag bis Samstag durch Exkursionen, Touren per Bus, Rad oder per pedes, in Ausstellungen und Vorträgen erlebbar gemacht werden.
Kuratiert werden die zum 13. Mal stattfindenden – alle zwei Jahre ausgetragenen – „Architekturtage“ von den jeweiligen Architekturinstitutionen, in Tirol vom Innsbrucker aut. Dort wird am Donnerstag um 20 Uhr auch die Auftaktveranstaltung über die Bühne gehen. Martin Ausserdorfer, der als langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats des Brenner Basistunnels dieses gigantische Infrastrukturprojekt bestens kennt, wird nicht zuletzt über dessen Auswirkungen auf unseren Lebensraum referieren.
Blick hinter die Kulissen
Am Freitag führt eine Bustour (15–18 Uhr) zum Recyclingzentrum Ahrental, wo rund 80.000 Tonnen des in Tirol produzierten Rest- und Sperrmülls aufbereitet werden. Hinter die Kulissen verschiedener – üblicherweise nicht öffentlich zugänglicher – Infrastruktureinrichtungen der IKB wird bei einer Führung (16–18 Uhr) geblickt. Zeitgleich findet ein Spaziergang entlang der Innsbrucker Viaduktbögen statt, bevor es weiter zum Bozner Platz geht, wo die EGKK-Landschaftsarchitekten ihr Planungskonzept erklären.
Am Samstag wird gewandert. Ab 8.45 Uhr geht es zu drei markanten Brücken der Stubaitalbahn, von 10 bis 12 Uhr zu den Kraftwerken in Mühlau. Mehr oder weniger unscheinbare Objekte des urbanen Alltags, wie es Stromkästen oder Trafohäuschen sind, werden bei einem Stadtspaziergang (14–16 Uhr) abgeklappert. „Der kleinen Sill auf der Spur“ (15–18 Uhr) ist man entlang des ehemaligen Sillkanals. Und eine Fahrradtour (16–18 Uhr) führt zu drei Brücken über Sill und Inn.
„TRAMART – kreatives Warten“ ist das Thema eines vom „bilding“ in Kooperation mit der IVB veranstalteten Workshops (Samstag 15–18 Uhr) für junge Menschen. Der Plan ist es, Gestaltungsideen und Warteexperimente anhand von Straßenbahnhaltestellen zu erproben.
Ausklang beim Bogenfest
Ihren Abschluss finden die Architekturtage 2026 am Samstag im Rahmen des Innsbrucker Bogenfests bei einer kleinen Ausstellung zur Geschichte der Viaduktbögen und des ehemaligen Sillkanals im Kulturbogen 55. Anlässlich der Architekturtage öffnen auch zahlreiche ArchitektInnen ihre Büros.
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