Pilotprojekt im Beachvolleyball

Trainerinnen gesucht: „Oft ist die Einstiegshürde zu groß“

Die Pionierin unter den Pionierinnen: Die ehemalige Beachvolleyballerin Sara Montagnolli startete in Neusiedl ihr Projekt mit den ersten potenziellen Trainerinnen – und mit der Unterstützung von Ex-Spieler Clemens Doppler.
© 35by32

Coaching ist Männersache, hauptsächlich. Das belegen alle Statistiken. Damit mehr Frauen auf Trainerbänken Platz nehmen, startete nun ein Projekt, das potenziellen Trainerinnen den Einstieg erleichtern soll. Die ehemalige Beachvolleyballerin Sara Montagnolli will damit aber nicht nur auf Sand für Aufschwung sorgen.

Die Aufregung bleibt groß – zuletzt etwa wieder, als Marie-Louise Eta beim deutschen Bundesliga-Fußballklub Union Berlin den Cheftrainer-Job übernahm. „Es überrascht mich jedes Mal aufs Neue, dass Frauen als derart besonders eingeordnet werden“, sagt Sara Montagnolli. Ihr selbst ging es ähnlich.

Die Innsbruckerin wurde einst als Hallen-Volleyballerin groß, spielte jahrelang Bundesliga und war danach mehrfach Pionierin: als eine der ersten weiblichen Beachvolleyball-Profis (EM-Zweite 2011) in Österreich, eine der ersten Trainerinnen in ihrer Sportart und als eine der ersten Expertinnen im ORF, die Männersport kommentierte. Heute ist sie auch im Beachvolleyball Mentaltrainerin– wiederum als eine von Wenigen.

„Es muss sich was ändern“

„Bei der Beachvolleyball-WM waren unter 96 Teams nur vier Frauen. Eine Statistik, die sich fast durch den gesamten Sport zieht“, sagt die 47-Jährige. Ihre Ambitionen, dahingehend Impulse zu setzen, wuchsen in den vergangenen Jahren immer weiter – und setzten sich schließlich im Projekt „35by32“ fort, das heuer angelaufen ist. „Es muss sich was ändern, deshalb auch der Name: 35 Prozent Trainerinnen bis 2032“, sagt Montagnolli.

Nächste Woche in Innsbruck

Der erste Workshop fand zuletzt beim Auftakt der Beachvolleyball-Tour in Neusiedl statt. Mit dabei waren eine Lehrerin, Sportler-Mamas, eine Handballerin und Ex-Sportlerinnen, wie Montagnolli erzählt: „Es geht darum, möglichst niederschwellig einen Einstieg zu ermöglichen“, sagt die Mentaltrainerin.

Fehlende Vorbilder, unklare Ausbildungswege, Zeitmangel, schwierige Vereinbarkeit mit Beruf und Familie sowie fehlende praktische Einstiegsmöglichkeiten würden vieles erschweren. Die Workshops dienten auch dazu, Rückmeldungen über die größten Probleme einzuholen. Neusiedl habe aber bereits viel gezeigt.

Frauen sind da, Potenzial ist also da. Jetzt braucht es Strukturen, um sie aktiv in diese Rollen zu bringen.
Sara Montagnolli, ehemalige Beachvolleyballerin, Initiatorin 35by32

Nächste Woche geht es in Innsbruck weiter – eine Art Heimspiel für die Tirolerin, weil „My Beachevent“ und Simon Varges, Organisator des Turniers ab 4. Juni am Marktplatz, Kooperationspartner sind. Montagnolli: „Es gibt bereits einige Anmeldungen. Es könnte sein, dass wir in Tirol den Teilnahme-Rekord knacken.“

35by32 - Projekt und Termine

Das Projekt: 35by 32 bedeutet, bis 2032 einen Frauenanteil von 35 Prozent zu erreichen. Österreichweite Workshops sollen den Einstieg erleichtern, zunächst im Beachvolleyball, als langfristiges Ziel auch in anderen Sportarten.

Workshops: 2 Tage, ab 16 Jahren, die Teilnahme ist kostenlos; Termine: 5./6. Juni Innsbruck, 19./20. Juni Steyr, 3./4. Juli Wien, 10./11. Juli Zell/See, 7./8. Aug. Wolfurt, 21./22. Aug. in Baden, 4./5. Sept. Schladming.

Anmeldung: www.35by32.com

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