PSG gegen Arsenal: Ein Milliarden-Endspiel gespickt mit WM-Stars
Wieder Paris SG oder erstmals der FC Arsenal London? Das Champions-League-Endspiel liefert heute (18 Uhr/ZDF, Sky) die Antwort.
Im größten Match des europäischen Clubfußballs könnte man sich locker eine Traumelf für die anstehende Fußball-WM zusammenbauen. In der brasilianischen Innenverteidigung könnte da beispielsweise PSG-Abwehrchef Marquinhos und Arsenals schier unüberwindbarer Gabriel stehen, Frankreichs Abwehrturm William Saliba wäre bei den Gunners auch keine schlechte Option. Auf der Linksverteidiger-Position gibt es kaum Besseres als Nuno Mendes (PSG/POR) und im Mittelfeld geben sich die Stars wie Vitinha, João Nevens (beide PSG/POR) oder Declan Rice (Arsenal/ENG) die Hand. Bei einem Blick in die Sturmreihen wird einem schon fast schwindlig: Da scheinen von der französischen Nationalmannschaft auf Seiten des Titelverteidigers aus Paris Ballon-d’or-Gewinner Ousmane Dembélé, Désiré Doué oder Joker Barcola auf, die Gunners aus London halten mit Bukayo Saka (ENG), Kai Havertz (GER) oder Gabriel Martinelli (BRA) entgegen. Beide Teams weisen einen (astronomischen) Marktwert über 1,2 Milliarden Euro aus. Hier spielt Geld Fußball.
Auf den Spuren von Real?
Bislang ist es nur Real Madrid – und das am Weg zum Königsklassen-Triple von 2016–2018 gleich zweimal – gelungen, den Titel in der europäischen Könisgklasse seit Einführung der Champions League (1992) zu verteidigen. Ein Kunststück, das PSG nach der 5:0-Gala über Inter im Vorjahr heute vollenden will. Der größere spielerische Glanz scheint bei der Elf von Luis Enrique zuhause, der im spanischen Trainerduell auf Arsenals Heilbringer Mikel Arteta trifft. Im Halbfinal-Rückspiel bei den Bayern zeigte die Enrique-Elf, das sie bereit ist, auch kollektiv mit Leidenschaft teils im tiefen Block zu verteidigen. Der Weg führt aber ausnahmslos und mit unglaublichem Speed nach vorne, wie 44 Volltreffer im laufenden Wettbewerb untermauern. Bislang gelangen nur dem FC Barcelona in der Saison 1999/2000 mit 45 Toren mehr Treffer.
Nach den großteils überragenden Vorstellungen in der K.-o.-Runde scheint es kaum vorstellbar, dass PSG nach der Gruppenphase als Elfter den Weg über die Play-offs gehen musste. Im Vorjahr hatte Paris SG im Halbfinale mit einem Gesamtscore von 3:1 die Oberhand über Arsenal behalten.
Starke Entwicklung
Vor dem Endspiel, das der FC Arsenal mit dem erstmaligen Gewinn des Henkelpotts krönen kann, wurden viele Ex-Spieler und Experten nicht müde zu betonen, wie wichtig es war, dass Mikel Arteta bei den einst totgesagten Gunners genügend Zeit gegeben wurde. Der erste Meistertitel nach 22 Jahren Pause hat die Euphorie vor dem Champions-League-Finale geweckt. Die Waffen, wie beispielsweise extrem starke Standards, sind bekannt. Auch so feierten die Engländer acht Siege in Serie in der Gruppenphase, entscheidend war aber auch oft, dass hinten die Null steht. Gerade einmal sechs Gegentore scheinen nach 14 Bewerbsspielen auf – Gabriel, Saliba und Co. wissen, wie man Beton anrühren kann.
Gewinnt die Schönheit oder die Effizienz? Die Antwort wird ab 18 Uhr in der Budapester Puskas-Arena geliefert. Eine frühe und ungewohnte Anstoßzeit, die zumindest einige Tiroler Unterhaus-Kicker, die da gerade selbst am Rasen um den Sieg kämpfen, in die Röhre gucken lässt ...
Kommentare