Sichtbar machen

Vergessener Meister neu entdeckt: Sommerausstellung zu Ludwig Schmid in Reutte

Das großformatige Bild „Die Kartoffelernte“ ist im Besitz der Stadtgemeinde Reutte.
© Museumsverein Reutte

Das Museum im Grünen Haus in Reutte widmet die neue Sommerausstellung dem einst hoch angesehenen, aber vergessenen Künstler Ludwig Schmid. Die Schau startet am Donnerstag, 11. Juni, um 19 Uhr und strebt eine kunsthistorische Neubewertung an.

Reutte – Der Künstler Ludwig Schmid wurde 1862 in Lechaschau geboren. Familie und Lehrer entdeckten früh sein zeichnerisches Talent, und bereits im Alter von 16 Jahren zog es ihn nach München, wo er ab 1878 an der Kunstakademie studierte. Über die Jahre entwickelte er dort einen typischen historisierenden Malstil mit akademischer Prägung. Thema war immer der Mensch.

Aufgrund seines großen Erfolges in München wurde Ludwig Schmid, der sich ab dieser Zeit „Ludwig Schmid-Reutte“ nannte, 1899 als Professor an die Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe berufen. Schwer erkrankt, musste er 1907 seine Arbeit in Karlsruhe beenden. In dieser Zeit kam er auch wieder in seine Heimat Lechaschau zurück, um hier als Künstler tätig zu werden. Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er in Spezialkliniken in Freiburg und Achern-Illenau, wo er am 13. November 1909 verstarb und auch seine letzte Ruhestätte fand.

Neubewertung

Zeitgenossen wie Lovis Corinth schätzten ihn, dennoch blieb eine umfassende Aufarbeitung seines Lebens und Werks über lange Zeit aus. Genau hier setzt die neue Ausstellung in Reutte an. Sie will nicht nur Werke und Biografie Schmid-Reuttes sichtbarer machen, sondern auch zu einer kunsthistorischen Neubewertung beitragen.

Ausgangspunkt für das Ausstellungsprojekt war die eingehende Untersuchung des Gemäldes „Die Kartoffelernte“, an die sich weitere Recherchen anschlossen. An der inhaltlichen Erarbeitung der Ausstellung wirkten unter anderem Hansjörg Fuchs und Robert Pacher mit. Ziel war es, die bislang nur bruchstückhaft bekannte Biografie des Künstlers auf eine breitere Quellenbasis zu stellen und das Interesse an seinem Werk neu zu wecken.

Aufruf an Bevölkerung

Leider gibt es nur wenige Informationen zu seinem Privatleben. Die Eltern Maria Theresia Schmid, geb. Lutz, und Franz Anton Schmid und ein Bruder namens Johann Stephan sind bekannt.

Aber viele Fragen sind noch offen: Wo hat Ludwig die Jahre seiner Jugend bis 1878 verbracht? Hatte er neben dem genannten Bruder noch weitere Geschwister? Wer war seine Ehefrau oder wer waren seine Ehefrauen? Hat er Wochenenden, Urlaube und dergleichen im Außerfern verbracht, hier Dinge zurückgelassen oder Bilder gemalt und verkauft?

Wer Antworten auf diese Fragen hat, möglicherweise im Besitz von Dokumenten, persönlichen Gegenständen oder gar Bildern des Ludwig Schmid-Reutte ist, wird gebeten, Kontakt mit dem Museum im Grünen Haus aufzunehmen (Telefon: 05672/72304 oder per Mail an info@museum-reutte.at).

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Helmut Mittermayr

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