Verspätungen auf Bahnstrecke zwischen Verona und Brenner: Trenitalia vermutet Brandstiftung
In der Provinz Verona wurde am Samstag die Bahninfrastruktur durch bislang unbekannte Täter beschädigt. Zugverbindungen auf der Nord-Süd-Achse durch die Alpen wurden massiv beeinträchtigt. Die Trenitalia geht von einem vorsätzlichen Akt aus. Ersatzbusse wurden eingesetzt.
Während der laufenden Totalsperre am Brenner ist es am Samstag im Bahnverkehr an der Grenze zwischen Italien und Österreich zu erheblichen Beeinträchtigungen gekommen. Nach Angaben der italienischen Bahngesellschaft Trenitalia wurde die Bahninfrastruktur in der Provinz Verona durch unbekannte Täter beschädigt. Die Zugverbindungen auf der Nord-Süd-Achse durch die Alpen wurden dadurch massiv beeinträchtigt.
Unbekannte haben am frühen Samstag in der Nähe des Bahnhofs Domegliara nördlich von Verona in einer abgelegenen Gegend zwei elektrische Schaltanlagen in Brand gesetzt, die sich in geringer Entfernung voneinander befanden. Das Feuer wurde von der Feuerwehr gelöscht. Nach Angaben des Bahnunternehmens handelt es sich um einen mutmaßlich vorsätzlichen Eingriff. Die Auswirkungen auf den Bahnverkehr entlang der transalpinen Verbindung waren erheblich, berichtete Trenitalia. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Vorfalls und zur Identität der mutmaßlichen Täter laufen.
Hochgeschwindigkeitszüge, Intercity- und Regionalzüge mussten teilweise erhebliche Verspätungen hinnehmen. Nach Angaben von Trenitalia waren Fahrzeitverlängerungen von bis zu fast zwei Stunden möglich. Regionalzüge konnten zudem verkürzt verkehren oder ganz ausfallen. Für einzelne Verbindungen wurden Ersatzbusse eingesetzt.
Womöglich Tat radikaler Umweltschützer
Laut den Ermittlern könnte es sich um eine Tat aus dem Umfeld des radikalen Umweltschutzes oder aus dem anarchistischen Spektrum handeln. Das Feuer an den beiden elektrischen Schaltanlagen war nämlich nur wenige Stunden vor Beginn der Brenner-Demo gelegt worden. Die Täter trafen damit gezielt die einzige noch funktionierende Verkehrsverbindung zwischen Italien und Österreich. Die Kriminalpolizei, die derzeit die Spurensicherung durchführt, habe ein Feuerzeug sowie weitere Hinweise gefunden, die die vorsätzliche Brandlegung bestätigen, hieß es. Obwohl sich im betroffenen Gebiet keine Überwachungskameras befinden, könnte die Auswertung weiterer nahegelegener Überwachungssysteme den Ermittlern zusätzliche Hinweise liefern.
Die Störungen fallen mit der Demonstration am Brenner zusammen, die zeitgleich zu Einschränkungen im Straßenverkehr zwischen Italien und Österreich führt. Die Behörden hatten Reisende im Vorfeld dazu aufgerufen, nach Möglichkeit auf Autofahrten zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
Sabotagen am italienischen Bahnnetz sind keine Seltenheit. Bereits am 7. Februar, am Tag nach der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele Mailand-Cortina, waren im Raum von Bologna Sabotageaktionen am Netz durchgeführt worden, was zu erheblichen Problemen im gesamten norditalienischen Bahnnetz geführt hatte. Dazu hatten sich anarchistische Gruppen bekannt. (APA)
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