Zwei Tiroler sind dabei: Noch 13 Personen im Rennen um den ORF-Chefsessel
75 Bewerbungen um die Stelle des ORF-Generaldirektors bzw. der -direktorin wurden (rechtzeitig) abgegeben. Am Montag überprüfte die Findungskommission des Stiftungsrates die BewerberInnen.
Wien – In Summe 75 Personen haben eine fristgerechte Bewerbung für die ORF-Generaldirektion abgegeben. Davon sind aber nur noch 13 eine Runde weiter im Rennen um den ORF-Chefsessel. Denn eine Findungskommission des ORF-Stiftungsrats hat am Montag die Bewerbungen beurteilt und festgestellt, welche die Ausschreibungskriterien erfüllen. Namen wurden via Aussendung keine genannt. Um am 11. Juni zur Wahl zu stehen, müssen die Verbliebenen nun noch von einem Stiftungsrat nominiert werden.
Die Auswahl erfolgte nach „eingehender Diskussion und mehrheitlichem Beschluss“, hieß es in einer vom ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer gezeichneten Aussendung. Ausschlaggebend war, ob die Bewerberinnen und Bewerber die Formalvoraussetzungen und die fachlichen Kriterien erfüllen. Weitere Details wollte der Stiftungsrat nicht preisgeben.
Das sind die Favoriten
Als Favoriten für den Job an der Spitze des ORF gelten APA-CEO Clemens Pig, der frühere ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer, Ex-HBO-MAX-Manager Johannes Larcher und ORF III-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz. Es ist wohl davon auszugehen, dass sie weiterhin in der Ziehung sind.
Ersten Informationen zufolge sollen auch Ex-Servus-TV-Chefredakteur Robert Altenburger, Ex-ORF-Managerin Petra Höfer, Torsten Prenter, Ernst Primosch, Kathrin Ruther (Schweizer Fernsehen SRF), die frühere ORF-Journalistin Sonja Sagmeister, Exxpress-Gründerin Eva Schütz und Andrew Solomon noch im Rennen sein.
Einfache Mehrheit entscheidet
Um in den ORF-Chefsessel zu gelangen, ist eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. In Summe hat das Gremium 35 weisungsfreie, ehrenamtliche Mitglieder, die von der Bundesregierung (6), Parlamentsparteien (6), Bundesländern (9), dem ORF-Publikumsrat (9) und dem ORF-Zentralbetriebsrat (5) bestellt werden.
Abgesehen von wenigen Ausnahmen sind sie in parteipolitischen „Freundeskreisen“ organisiert. ÖVP- und SPÖ-nahe Stiftungsräte kommen auf eine deutliche Mehrheit.
Erstmals wird der ORF-Stiftungsrat aufgrund des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFG) bzw. des Begleitgesetzes hierzulande explizit dazu verpflichtet, für ein transparentes, offenes, wirksames und nichtdiskriminierendes Bestellungsverfahren zu sorgen. Um dem Folge zu leisten, setzt der Stiftungsrat abseits der Findungskommission u.a. auch auf eine öffentliche Präsentation der Kandidatinnen und Kandidaten am Montag, 8. Juni. Diese wird um 20.15 Uhr zeitversetzt auf ORF III und ORF ON übertragen. (APA, TT)
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