Nach Schockmomenten feierte ÖFB-Team bei WM-Generalprobe Sieg in Unterzahl
Das ÖFB-Team hatte bei der WM-Generalprobe gegen Tunesien die Verletzung von Christoph Baumgartner und eine Rote Karte gegen Konrad Laimer zu verdauen. In Unterzahl gab es dennoch einen 1:0-Sieg. Teamchef Rangnick lobte Auftritt in zweiter Halbzeit.
Gab‘s bei der WM-Generalprobe eine Überraschung in der ÖFB-Startelf? Ja und die war bitter: Torgarant Christoph Baumgartner musste nach dem Aufwärmen verletzungsbedingt passen, Michael Gregoritsch rutschte für ihn rein. Die zweite (kleine) Umstellung: Konrad Laimer besetzte wie manchmal bei den Bayern die Linksverteidiger-Position, Romano Schmid den rechten Offensivflügel. Ob „Baumi“ für das erste WM-Match gegen Jordanien am 17. Juni in San Francisco fit wird, konnte noch nicht beantwortet werden. Die Trauerminute für den kürzlich verstorbenen Ex-ÖFB-Goalie Alexander Manninger untermauerte bei aller WM-Euphorie, dass es im Leben immer noch viel Wichtigeres gibt.
Die ÖFB-Elf übernahm in den Anfangsminuten das Kommando, wie ein erster Sabitzer-Schuss (4.) bewies. Viel Zwingendes kam aber nicht heraus. Stattdessen landete nach der ersten nennenswerten Gäste-Kombination eine tunesische Freistoßflanke von Hannibal Mejbiri an der Querlatte (12.). Aluminium stand der rot-weiß-roten Auswahl auch beim zweiten Pfostentreffer von Firas Chaouat (18.) zur Seite. Zwei Warnschüsse, was einen auch bei der WM erwarten kann. Offensiv kam wenig, Laimer hätte bei einem Vorstoß besser selbst den Abschluss gesucht (25.).
Rot und dritter tunesischer Alu-Treffer
Bei einem absolut durchwachsenen Auftritt kassierte Laimer, der eine tunesische Großchance mit einem Handspiel verhinderte, die Rote Karte (37.). Das wird höchstwahrscheinlich aber keine Sperre für den WM-Auftakt bedeuten, weil die FIFA in vorangegangenen Testspielen nur grobe Foulspiele mit Sperren für große Turniere ahndet. Den dafür verhängten Freistoß zirkelte Anis Ben Slimane an die Querlatte (38.), Chaouat ließ nur eine Minute später die nächste Großchance aus. Es war höchste Zeit, dass Österreich in die Halbzeitpause kam.
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick wechselte in der Pause gleich fünf Mal - für David Alaba, Philipp Lienhart, Romano Schmid, Michael Gregoritsch und Marko Arnautovic kamen der Tiroler Marco Friedl, Kevin Danso, Philipp Mwene, Carney Chukwuemeka und Sasa Kalajdzic aufs Feld. Der letztgenannte Double-Gewinner schoss gleich knapp am langen Eck vorbei (48.). Das war in numerischer Unterzahl eine denkbar gute Botschaft an die 35.000 Fans. Und die rot-weiß-roten Mentalitätsmonster schlugen nach Posch-Vorlage mit dem 1:0 (63.) durch Marcel Sabitzer noch besser zurück. Nur kurz darauf sorgten Friedl und Stefan Posch (65.) für einen doppelten Alu-Treffer.
Die Wechsel zur Pause taten Österreich gut. Auch mit zehn Mann blieb die ÖFB-Elf das 13. Heimspiel in Serie ungeschlagen. Bei allen Schockmomenten, insbesondere das Bangen um Baumgartner und dessen wichtige Impulse im Offensivspiel, ließen sich Goldtorschütze Sabitzer und Co. auch von den giftigen Nordafrikanern nicht unterkriegen. Zu einer analytischen „Nachbehandlung“ wird Rangnick trotz des Erfolgs bei der WM-Generalprobe dennoch mit Sicherheit rufen.
„Wir haben es uns in der ersten Halbzeit teilweise selbst ein bisschen schwer gemacht. Da haben wir nicht so sauber gespielt, wie wir es eigentlich können. Dann gab es auch noch die Rote Karte für Konny Laimer. Die zweite Halbzeit hat mir dann sehr gut gefallen und wir waren dem zweiten Tor näher als Tunesien dem Ausgleich“, sah der Teamchef eine merkliche Steigerung. Wie auch Matchwinner Sabitzer: „Wir hatten gute Umschaltmomente und haben das gut wegverteidigt.“
Internationales Testspiel
Österreich - Tunesien 1:0 (0:0). Happel-Stadion; 35.100 Zuschauer, SR Pignard (FRA). Tor: Sabitzer (63.); Rot: Laimer (37., Handspiel)
Österreich: A. Schlager; Posch (80., Prass), Lienhart (46., Danso), Alaba (46., Friedl), Laimer; Seiwald, X. Schlager (62., Wanner); Schmid (46., Chukwuemeka), Gregoritsch (46., Mwene), Sabitzer; Arnautovic (46., Kalajdzic).
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