Um Freude zu bereiten

Für bedürftige Tiroler Familien: Initiative will gebrauchtem Spielzeug neues Leben geben

Um anderen Kindern eine Freude zu bereiten, haben Emma Margreiter (l.) und Elara Allinger ihre alten Spielsachen im Vomper Mehrzwecksaal abgegeben.
© Axel Springer

Unter dem Motto „Wiederspielen macht Freude!“ hat die Abfallwirtschaft Tirol Mitte die neue Initiative „ReToy“ ins Leben gerufen. Wer gebrauchtes Spielzeug spenden will, kann damit nun Tiroler Familien helfen.

Vomp – Das Plastikauto liegt unbenutzt im Keller, der Plüschbär verstaubt seit Jahren am Dachboden und die Puppe wartet in einer Kiste darauf, eines Tages wieder entdeckt zu werden. In vielen Haushalten sammelt sich über die Zeit Spielzeug, aus dem die Kinder längst herausgewachsen sind. Das weiß auch Alfred Egger. Er ist Geschäftsführer der Umweltserviceorganisation Abfallwirtschaft Tirol Mitte (ATM). „Jede Familie fragt sich: Was mache ich mit dem Kinderspielzeug?“, erklärt er im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung.

Genau hier setzt die neue Wiederverwendungs-Initiative „ReToy“, die die ATM heuer ins Leben gerufen hat, an. Ihr Ziel ist es, den Lebenszyklus von Spielsachen zu verlängern und diesen eine zweite Chance zu geben.

Weitere Informationen zu den Aktionstagen

  • Angenommen wird Spielzeug für Kinder bis 10 Jahren: Puppen, Puppenkleider, Puppenwägen, Autos, Bobby Cars, Laufräder, Schaukeltiere, Spiele, Bücher, Toniebox, Schleichtiere, Stofftiere, Barbies (und alles rund um Barbie), Holzspielzeug, Duplo-Bausteine (nur einzelne Bausteine, keine Themen-Sets), Playmobil (vollständig, am besten in Originalverpackung), u.v.m.
  • Nicht angenommen wird: kaputtes oder stark abgenutztes Spielzeug, Duplo-Themen-Sets und unvollständiges Playmobil

Um bedürftigen Familien zu helfen

An bestimmten Aktionstagen können Familien gebrauchtes, gut erhaltenes Spielzeug für Kinder im Alter von null bis zehn Jahren an ausgewählten Sammelstellen abgeben.

Elara Allinger aus Vomp spendet ihre gebrauchten Spielsachen, die sie nicht mehr benötigt.
© Axel Springer

Zum Auftakt wird die Aktion in fünf Pilotgemeinden im Bezirk Schwaz umgesetzt. Gestartet wurde bereits am Freitag in der Volksschule Terfens Vomperbach, am Samstag im Veranstaltungszentrum Maurach in Eben am Achensee und im Vomper Mehrzwecksaal. Dort gab auch Elara Allinger aus Vomp ihre Stofftiere, Bücher und einen Holzzug ab. „So können andere damit Spaß haben. Ich brauche sie nicht mehr“, sagt sie. Wer wie die Zehnjährige gebrauchten Spielsachen ein zweites Leben schenken möchte, hat dazu noch an drei Terminen in den kommenden zwei Wochen die Gelegenheit.

Weitere Termine

  • Terfens: Freitag, 19. Juni, 14 bis 17 Uhr (Volksschule Terfens Dorf, Kirchstraße 9)
  • Schwaz: Donnerstag, 25. Juni, 16 bis 19 Uhr (Rathaus 1. Stock, Franz-Josef-Straße 2)
  • Zell am Ziller: Donnerstag, 25. Juni, 16 bis 19 Uhr (Marktgemeinde Zell am Ziller, Unterdorf 2)

„Dann geht es zur Geschützten Werkstätte in Vomp, wo es noch aufbereitet, gereinigt und verpackt wird“, sagt Egger. Diese Einrichtung bietet Menschen mit körperlicher Einschränkung oder Unterstützungsbedürfnissen einen Arbeitsplatz und ermöglicht ihnen eine aktive Teilhabe am Arbeitsleben.

Zu Weihnachten finden die Spielsachen schließlich über verschiedene soziale Organisationen neue BesitzerInnen und werden an Kinder im Raum Innsbruck-Land und Schwaz gespendet. „Das Spielzeug geht an Familien, die sich neues nur schwer leisten können“, erklärt Egger. Kaputtes oder stark abgenutztes Spielzeug kann hingegen nicht angenommen werden.

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Das Spielzeug geht an Familien, die sich neues nur schwer leisten können.
Alfred Egger, Geschäftsführer der „Abfallwirtschaft Tirol Mitte“

Die Initiative verfolgt dabei jedoch gleich mehrere Ziele: Einerseits sollen Familien in der Region unterstützt werden, andererseits möchte die ATM mit „ReToy“ das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken.

Tirols Gemeindepräsident Karl-Josef Schubert und ATM-Geschäftsführer Alfred Egger bei der Sammelaktion in Vomp.
© Axel Springer

Karl-Josef Schubert, Präsident des Tiroler Gemeindeverbands und Bürgermeister von Vomp, erklärt, dass die ATM mit dem Projekt ein Zeichen gegen Verschwendung und für einen bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen setze. „Die Initiative stärkt das Gemeinschaftsgefühl in den Gemeinden.“ Gleichzeitig werde dadurch gezeigt, „wie schön es sein kann, mit einer kleinen Geste große Freude zu schenken.“

Die Initiative stärkt das Gemeinschaftsgefühl in den Gemeinden.
Karl-Josef Schubert, Präsident des Tiroler Gemeindeverbands

Langfristig soll die Initiative noch ausgebaut und auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden. Dann soll zweimal im Jahr gebrauchtes Spielzeug gesammelt werden und neue BesitzerInnen finden, erklärt Egger.