Für treffsicherere Maßnahmen

Land beauftragt Verkehrsstrom-Analyse im Grenzgebiet zu Bayern

Symbolfoto.
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Um verkehrslenkende Maßnahmen wie Fahrverbote und Dosierungen künftig noch treffsicherer zu gestalten, führt das Land Tirol 2026 und 2027 eine umfassende Pkw-Erhebung an den nördlichen Grenzübergängen durch. Neben persönlichen Befragungen vor Ort fließen auch anonymisierte Fahrzeugbewegungsdaten aus Bayern in die Analyse ein.

Innsbruck – Täglich passieren tausende Fahrzeuge Tirols Grenzen – darunter durchschnittlich rund 15.000 am Fernpass, 10.500 in Scharnitz und 5500 am Achenpass. Das landesweite Zählsystem mit 170 automatischen Stellen erfasst zwar die Menge und Art der Fahrzeuge, lässt aber wichtige Fragen offen: Woher kommen die Fahrzeuge, wohin fahren sie, warum und wie stark besetzt sind sie?

Auf Antrag von Verkehrslandesrat René Zumtobel (SPÖ) soll eine Pkw-Erhebung in fünf verkehrsplanerisch relevanten Grenzgebieten nun diese Details klären.

Befragungen an wichtigen Grenzübergängen

In den Jahren 2026 und 2027 werden Pkw-Lenkerinnen und -Lenker an den Grenzübergängen der Fernpassroute, im Bereich Ehrwald, im Tannheimertal sowie in Scharnitz und am Achenpass persönlich befragt. Die Erhebungen finden zu unterschiedlichen Jahreszeiten, Wochentagen, an starken Reisetagen sowie an regulären Werktagen statt. Unterstützt werden die Befragungsteams von der Tiroler Polizei, die die Fahrzeuge vor Ort ausleitet und anhält.

Verkehrslandesrat René Zumtobel.
© Land Tirol/Steinlechner

Ergänzende GPS-Daten aus Bayern

Um ein lückenloses Gesamtbild zu erhalten, nutzt das Land Tirol zusätzlich sogenannte Floating-Car-Daten (FCD) aus dem bayerischen Grenzgebiet. Dabei handelt es sich um anonymisierte Standort-Daten von Fahrzeugen mit GPS-Systemen, die Aufschluss über den Verkehrsfluss geben und rückblickende Analysen ermöglichen.

Basis für Fahrverbote und Dosierampeln

Die gewonnenen Informationen sollen zur Evaluierung und Anpassung von Maßnahmen wie den Fahrverboten für den Ausweichverkehr, Kontrollpunkten, Beschilderungen und Dosierampeln dienen. Die Ergebnisse werden zudem mit den bayerischen Nachbarn geteilt, um gemeinsame Lösungen für den grenzüberschreitenden Verkehr zu besprechen. (TT.com)