Nach Unfall in Krankenhaus

Offenbar unerkannt durch Tirol gereist: Geflohener Mörder in Italien festgenommen

Der Geflohene hatte im Jahr 2010 eine damals 23-Jährige mit etlichen Messerstichen getötet. Seitdem saß er im Gefängnis.
© APA/dpa/Jens Kalaene

Der in Deutschland zu lebenslang verurteilte Mann wurde in einem Krankenhaus gefunden. Der 42-Jährige war bei einem Freigang geflohen und dürfte über Tirol nach Norditalien gereist sein.

Ein bei einem begleiteten Freigang in Deutschland geflohener Mörder ist in Italien festgenommen worden. Die Polizei fand den zu lebenslanger Haft verurteilten Mann in einem Krankenhaus, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilte. Er war in der Region Venetien in einen Unfall verwickelt und wurde in der Klinik behandelt. Zuvor hatten RTL und Bild über die Festnahme berichtet.

Der 42-Jährige war am Dienstagnachmittag in der Stadt Peine auf einem Motorrad geflohen. Nach Angaben des zuständigen Justizministeriums hatte der Straftäter im Rahmen seines Freigangs gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt die Wohnung seiner Mutter besucht. Nach ersten Erkenntnissen nutzte er einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um mit seinem in dieser Garage abgestellten Motorrad wegzufahren.

Mehrere Hinweise führten nach Italien

Nach einer erfolglosen Suche nach dem Häftling aus der Justizvollzugsanstalt Celle startete das Landeskriminalamt eine Öffentlichkeitsfahndung – mit Fotos, Namen und Personenbeschreibung des Mannes. „Mehrere Hinweise führten die Fahnderinnen und Fahnder schließlich auf eine Spur nach Italien“, teilten die Ermittler mit. Der Gesuchte reiste vermutlich über Bayern – und Tirol – dorthin.

Wie es zu dem Unfall südlich von Verona kam, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann auf der Flucht stürzte. Sonst sei niemand in den Unfall verwickelt oder dabei verletzt worden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts.

Zu den Verletzungen des Mannes machten die Ermittler keine Angaben. Fest steht nur: „Er muss erst mal im Krankenhaus bleiben“, sagte der LKA-Sprecher. Italienische Beamte nahmen den 42-Jährigen dort fest, er steht nun in der Klinik unter polizeilicher Beobachtung. Wann er nach Deutschland ausgeliefert wird und ob er dann wieder in seine alte Zelle zurückkehrt, ist noch offen.

Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes

Der Deutsche verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte im Jahr 2010 eine damals 23-Jährige mit etlichen Messerstichen getötet, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Fall hatte für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt.

Für den Mord an der Internet-Bekanntschaft verurteilte das Landgericht den damals 27-Jährigen 2011 zu lebenslanger Haft und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Entlassung des Täters aus der Haft nach 15 Jahren war damit nahezu ausgeschlossen. Der Mann hatte die Tat vor Gericht gestanden. Dem Ministerium zufolge muss der Mann mindestens 19 Jahre im Gefängnis bleiben. (dpa, TT)