Von NS-Naturschutz bis Gemeinderat: Stadt Innsbruck zeichnet drei Studierende aus
Herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte und Politik Tirols und Südtirols wurden auch heuer wieder von der Stadt Innsbruck ausgezeichnet. Drei AbsolventInnen erhielten den mit jeweils 3000 Euro dotierten Marianne-Barcal-Preis 2025.
Innsbruck – Seit 2016 würdigt die Landeshauptstadt Innsbruck jährlich hervorragende wissenschaftliche Leistungen, die sich mit der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts befassen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Arbeiten mit Regional- und Genderbezug. Aus insgesamt acht Bewerbungen wählte die Fachjury in diesem Jahr drei herausragende Abschlussarbeiten aus. Die drei Hauptpreise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.
Einblick in junge, regionale Forschung
Bürgermeister Johannes Anzengruber gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich: „Mit den vorliegenden Masterarbeiten gewinnen wir wieder interessante Einblicke in die junge wissenschaftliche Forschung der Universität Innsbruck. Diesmal erfahren wir Wissenswertes aus der Geschichte und Politik Tirols und Südtirols.“ Er fügte hinzu, dass die Stifterin des Preises, die ehemalige Gemeinderätin Marianne Barcal, selbst eine begeisterte Studentin, große Freude an der diesjährigen Auswahl gehabt hätte.
Auch die Fachjury zeigte sich von der Qualität der Einreichungen aus den Fachbereichen Geschichte, Sozialkunde, politische Bildung und Politikwissenschaft überzeugt.
Das sind die Preisträger und ihre Arbeiten
Die diesjährigen Auszeichnungen spiegeln die Vielfalt der historischen und politikwissenschaftlichen Forschung in der Region wider:
Lara Castlunger (Lehramt Geschichte, Sozialkunde, Politische Bildung) untersuchte das Thema „Naturschutz im Reichsgau Tirol und Vorarlberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ und beleuchtete dabei das Spannungsfeld zwischen ideologischem Anspruch, realpolitischer Umsetzung und der kriegsbedingten Realität. Castlunger setzt ihr Studium an der Uni Innsbruck mit einer Stelle als Doktorandin fort.
Viktor Gartners (Lehramt Geschichte, Sozialkunde, Politische Bildung) Arbeit befasst sich mit der „Infrastrukturentwicklung in der Gemeinde Ahrntal“ und zieht einen spannenden Vergleich zwischen Verwaltungsbeschlüssen der 1930er- und 1980er-Jahre. Gartners unterrichtet inzwischen Geschichte und Deutsch.
Clemens Markart (Politikwissenschaft: Europäische und internationale Politik) widmete sich der Frage „Die Partei im Listennamen: Vorteil oder Stolperstein?“ und analysierte die oft unklare Nähe von Tiroler Gemeinderatslisten zu den jeweiligen Landesparteien. Markart ist Teil der TT-Redaktion.
Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Lukas Morscher (Stadtarchiv/Stadtmuseum), Birgit Neu (Stadt Innsbruck), Julia Hörmann (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie) und Ingrid Böhler (Institut für Zeitgeschichte) zusammen. (TT.com)
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